LichtBlick für den 29.05.2020

 

Meine Zunge soll reden von deiner Gerechtigkeit und dich täglich preisen.

Psalm 35,28

 

Die Jünger kehrten zurück nach Jerusalem mit großer Freude und waren allezeit im Tempel und priesen Gott.

Lukas 24,52-53

 

 

 »Scheiden tut weh«

 

… so heißt es in einem Volkslied. Abschied nehmen ist oft schmerzhaft und bitter, gerade dann, wenn es um einen von uns geliebten Menschen geht. Nach seiner Auferstehung nahm Jesus, der Sohn Gottes, Abschied von seinen Jüngern, um zu seinem Vater in den Himmel zurückzukehren.

 

Offen gestanden, man kann schon betroffen und verlegen werden, beim Lesen dieser Zeilen.

Wie war es möglich, dass die Jünger, die zum zweiten Mal ihren Herrn verloren, mit großer Freude nach Jerusalem zurückkehren?

 

Ein jeder Abschied macht doch sonst traurig und dämpft auch etwa vorhandene Freudentöne. So werden ihre Augen ihn auf Erden nie mehr sehen. Selbst mal angenommen, dass sie jetzt wussten, dass diese letzte Heilstat Gottes sein Erlösungswerk abschloss und für Jesus den Eintritt in die volle Verklärung bedeutete - konnten sie so selbstlos sein, sich bloß für ihn zu freuen? Besonders, wo seine Verheißung des Geistes an ihnen sich noch nicht erfüllt hatte?

 

Als ich diese Verse gelesen habe, kam mir ein Gedanke. Sie beteten ihn, den soeben Entschwundenen, zum ersten Mal an. Zum ersten Mal seit die Welt steht, beten sie jemanden an, der als nächster Vertrauter und Freund mit ihnen gewandelt war!

Und meine Frage, die ich mir für mich gestellt habe: Durchzuckt mich noch, wie beim ersten Mal als ich mit Bewusstsein und dem Recht und Anspruch, Jesus anrufen zu dürfen, diese echte Freude: Mein Jesus ist mein Herr und Gott?!

 

Er sitzt nun zur Rechten Gottes und vertritt dort seine Leute. – Dieser Abschied löste bei den Jüngern nicht Weinen und Traurigkeit aus, sondern große Freude.

 

Warum?

 

Die Mitarbeiter von Jesus waren in den drei Jahren, in denen sie dem Herrn Jesus gefolgt waren, Zeugen von Krankenheilungen, Totenauferweckungen und tiefen Belehrungen geworden. Aber ihr Herr und Meister wurde angefeindet und in einem Schauprozess zum Tode verurteilt, obwohl der Richter, der römische Prokurator Pilatus, mehrmals seine Unschuld bestätigt hatte.

 

Er fügte sich der schreienden Volksmasse, die den Tod Jesu forderte. Das Urteil »Tod durch Kreuzigung! « war also ein grausamer Justiz-Mord.

 

Aber die Gläubigen hatten erfahren, dass durch den Tod ihres Herrn das Problem der Trennung zwischen Gott und Menschen beseitigt worden war. Ihr Meister, der Sohn Gottes persönlich, hatte alle Schuld auf sich genommen, und wer das glaubte und annahm, der hatte nun Frieden mit Gott.

 

Darum reagierten sie nicht verzagt, mutlos und betrübt, sondern waren stattdessen mit großer Freude erfüllt. Ihr Herr und Meister hatte am Kreuz von Golgatha die Hölle, den Teufel und den Tod besiegt.

 

Grund genug für sie, vor ihm niederzufallen und ihn anzubeten!

 

Darum sind auch wir eingeladen, von der Gerechtigkeit Gottes zu sprechen und ihn täglich zu preisen!

 

Einen gesegneten Tag wünscht

Pastor Michael Röschard

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