Getragen von Generation zu Generation
Du bist mein Gott von meiner Mutter Schoß an.
Psalm 22,11
Dankbar erinnere ich mich daran, wie aufrichtig du glaubst. Es ist derselbe Glaube, der schon in deiner Großmutter Lois und in deiner Mutter Eunike wohnte. Und ich bin überzeugt, er wohnt auch in dir.
2. Timotheus 1,5
Liebe Leserin, lieber Leser,
diese beiden Bibelverse lenken unseren Blick auf eine wunderbare Wahrheit: Gottes Liebe und Treue begleiten einen Menschen von Anfang an. Der Psalmbeter bekennt voller Vertrauen: „Du bist mein Gott von meiner Mutter Schoß an.“ Noch bevor er selbst bewusst glauben konnte, war Gott bereits da. Sein Leben begann nicht im Zufall, sondern unter den fürsorglichen Augen seines Schöpfers.
Wie tröstlich ist dieser Gedanke! Gott beginnt seine Geschichte mit uns nicht erst dann, wenn wir ihn suchen. Er kennt uns von Anfang an. Er sieht unser Werden, begleitet unsere ersten Schritte und verliert uns niemals aus den Augen. Seine Treue reicht weiter zurück, als unsere Erinnerungen reichen können.
Im zweiten Timotheusbrief erinnert Paulus seinen jungen Mitarbeiter an den Glauben seiner Familie.
Die Großmutter Lois und die Mutter Eunike haben den Glauben nicht nur bekannt, sondern vorgelebt. Timotheus durfte in einem Umfeld aufwachsen, in dem Gottes Wort geachtet und Gott vertraut wurde. Dieser Glaube wurde nicht einfach vererbt wie ein Familienerbstück, aber er wurde glaubwürdig weitergegeben und fand im Herzen des Timotheus einen fruchtbaren Boden.
Bis heute gebraucht Gott Menschen, um Glauben weiterzutragen. Eltern, Großeltern, Paten, Mitarbeiter in Gemeinden oder andere Vorbilder können Spuren hinterlassen, die ein Leben prägen. Vielleicht denken wir dankbar an Menschen zurück, die für uns gebetet, uns von Jesus erzählt oder uns durch ihr Vorbild ermutigt haben. Vielleicht dürfen wir selbst für die nächste Generation zu solchen Glaubenszeugen werden.
Persönlich frage ich mich: Welche Spuren meines Glaubens hinterlasse ich? Können andere an meinem Leben erkennen, dass ich Jesus vertraue? Es sind oft nicht die großen Worte, sondern die tägliche Treue, das Gebet, die Liebe und die gelebte Hoffnung, durch die Gott wirkt.
Gottes Wunsch ist es, dass sein Segen nicht bei uns stehen bleibt. Er möchte, dass Menschen durch unser Leben erkennen, wie treu und gut er ist. So wird Glaube von Generation zu Generation weitergetragen – nicht durch menschliche Leistung, sondern durch Gottes Wirken in offenen Herzen.
Darum bete ich heute: Herr, ich danke dir, dass du mich von Anfang meines Lebens an kennst und begleitet hast. Deine Treue reicht weiter zurück, als ich denken kann. Danke für alle Menschen, die mir den Glauben vorgelebt und mich auf dich hingewiesen haben. Hilf mir, selbst ein glaubwürdiger Zeuge deiner Liebe zu sein. Schenke mir ein treues Herz, damit ich den Glauben an die nächste Generation weitergeben kann. Segne unsere Familien, unsere Kinder und Enkel und lass viele Menschen dich erkennen und dir vertrauen. Amen.
Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern, einen gesegneten Tag
Herzliche Grüße, Pastor Michael Röschard

