Aus der Tiefe ins neue Leben

 

Du hast mein Leben aus dem Verderben geführt, HERR, mein Gott!

Jona 2,7

 

Petrus sprach zu ihm: Äneas, Jesus Christus macht dich gesund; steh auf und mach dir selber das Bett. Und sogleich stand er auf.

Apostelgeschichte 9,34

 

Liebe Leserin, lieber Leser,

es gibt Zeiten im Leben, in denen wir uns wie Jona fühlen. Umstände, Sorgen, Enttäuschungen oder eigenes Versagen können uns in eine tiefe innere Not führen. Manchmal scheint es, als gäbe es keinen Ausweg mehr. Genau dort, in der Tiefe seines Elends, erlebt Jona das Eingreifen Gottes. Deshalb kann er bekennen: „Du hast mein Leben aus dem Verderben geführt, HERR, mein Gott!“ Jona erkennt, dass seine Rettung nicht aus eigener Kraft kam, sondern allein durch Gottes Gnade.


Auch die Begegnung zwischen Petrus und Äneas erzählt von Gottes rettendem Handeln. Äneas war gelähmt und konnte sich selbst nicht helfen. Doch Petrus verweist nicht auf seine eigene Fähigkeit, sondern auf Jesus Christus: „Jesus Christus macht dich gesund.“ In dem Augenblick, als Äneas dem Wort vertraut, geschieht das Wunder. Er steht auf und beginnt sofort, Verantwortung für seinen Alltag zu übernehmen.

 

Beide Bibelstellen zeigen uns, dass Gott Menschen nicht in ihrer Not stehen lässt. Er sieht die Tiefe, in der wir uns befinden, und er kennt auch die Bereiche unseres Lebens, die wie gelähmt sind. Vielleicht tragen wir Verletzungen mit uns herum, kämpfen mit Ängsten oder haben die Hoffnung auf Veränderung verloren. Doch Gott ist größer als unsere Not. Er kann aus dem Verderben herausführen und neue Kraft schenken.


Die persönliche Frage lautet: Wo brauche ich heute Gottes Eingreifen? Gibt es einen Bereich meines Lebens, in dem ich aufgeben möchte? Dann darf ich darauf vertrauen, dass Jesus Christus auch heute noch Menschen aufrichtet. Vielleicht geschieht die Veränderung nicht immer sofort oder spektakulär. Aber Gott handelt. Er schenkt neue Hoffnung, neue Perspektiven und die Kraft, den nächsten Schritt zu gehen.


Wenn Gott uns berührt, möchte er uns nicht nur trösten, sondern auch in Bewegung setzen. Wie Äneas dürfen wir aufstehen und im Vertrauen das tun, was heute vor uns liegt. Der Herr, der rettet, ist derselbe, der stärkt und führt.


Darum bete ich heute: Herr Jesus Christus, ich danke dir, dass du Menschen aus ihrer Not herausführst und neues Leben schenkst. Du kennst meine Sorgen, meine Schwächen und alles, was mich belastet. Hilf mir, dir zu vertrauen, auch wenn ich den Ausweg noch nicht sehe. Richte mich auf, wo ich mutlos geworden bin, und schenke mir neue Kraft für die Aufgaben des Tages. Danke, dass deine Liebe größer ist als jedes Versagen und deine Macht stärker als jede Not. Führe mich auf deinem Weg und lass mein Leben ein Zeugnis deiner Gnade sein. Amen.


Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern, einen gesegneten Tag

Herzliche Grüße, Pastor Michael Röschard