
Erntedank – Den Blick heben und Gott die Ehre geben
Steht auf! Lobet den HERRN, euren Gott, von Ewigkeit zu Ewigkeit! Und man lobe seinen herrlichen Namen, der erhaben ist über allen Preis und Ruhm!
Nehemia 9,5
Ob ihr nun esst oder trinkt oder was ihr auch tut, das tut alles zu Gottes Ehre.
1. Korinther 10,31
Liebe Leserin, lieber Leser,
heute feiern wir Erntedank. Vor uns steht ein wundervoller Erntedankaltar, aufgebaut von fleißigen Händen. Früchte, Gemüse, Brot und vieles andere erinnern uns daran: Wir haben Grund zum Danken.
Dabei war das vergangene Jahr nicht selbstverständlich. Große Hitze, dramatischer Wassermangel und Ernteausfälle haben uns gezeigt, wie abhängig wir von Gottes Schöpfung und seinem Segen sind. Und dennoch müssen wir nicht hungern. Wir haben genug – ja, vieles sogar im Überfluss.
Nehemia 9 steht in einem großen Gebet des Volkes Israel. Nachdem das Volk Gottes Treue und sein eigenes Versagen erkannt hat, richtet es den Blick auf Gott und beginnt, ihn zu loben. Der Aufruf lautet: „Steht auf! Lobet den HERRN!“ Es ist, als würde Gott sagen: Hebt euren Blick! Schaut nicht nur auf das, was euch fehlt, sondern seht, wer euch bis heute getragen hat.
Auch der Apostel Paulus fordert uns in 1. Korinther 10,31 auf, unser ganzes Leben auf Gott auszurichten. Essen und Trinken – die alltäglichsten Dinge – sollen zur Ehre Gottes geschehen. Dankbarkeit gehört also nicht nur zum Erntedankfest. Sie darf unseren Alltag prägen.
Ich schaue heute mit gesenktem Haupt auf all das Unrecht und die Not in dieser Welt. Viele Menschen haben nicht, was für uns selbstverständlich ist. Das dürfen wir nicht vergessen. Aber ich möchte nicht bei der Not stehen bleiben. Ich will mein Haupt wieder erheben und Gott von ganzem Herzen danken: für seine Güte, seine Treue und für alles, was er mir anvertraut hat.
Vielleicht ist das meine persönliche Erntedank-Aufgabe: weniger selbstverständlich nehmen und bewusster danken. Für das tägliche Brot. Für Menschen, die mich begleiten. Für die kleinen und großen Geschenke meines Lebens. Und schließlich dafür, dass Gott auch in schwierigen Zeiten treu bleibt.
Lasst uns deshalb heute nicht nur auf die Ernte schauen, sondern auf den Geber der Ernte. Nicht nur danken für das, was wir haben, sondern unser ganzes Leben zu seiner Ehre leben.
Darum bete ich heute: Treuer Gott, wir danken dir für deine Güte und deine Treue. Danke für die Ernte, für unser tägliches Brot und für alles, was du uns schenkst. Vergib uns, wenn wir vieles als selbstverständlich ansehen. Wir denken heute auch an die Menschen, die Hunger leiden, unter Armut, Krieg und Not. Lass uns ihre Not nicht vergessen und zeige uns, wo wir helfen können. Hilf uns, unseren Blick immer wieder auf dich zu richten. Lass uns dankbar leben und mit allem, was wir tun, dich ehren. Herr, wir wollen unser Haupt erheben und dir von ganzem Herzen danken. Dir allein gebührt Lob und Ehre. Amen.
Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern einen gesegneten Tag
Herzliche Grüße, Pastor Michael Röschard

