Die Macht, die den Stein bewegte

 

Du machst Winde zu deinen Boten und Feuerflammen zu deinen Dienern.

Psalm 104,4


Es geschah ein großes Erdbeben. Denn ein Engel des Herrn kam vom Himmel herab, trat hinzu und wälzte den Stein weg und setzte sich darauf.“

Matthäus 28,2


Liebe Leserin, lieber Leser,

was für eine gewaltige Macht! Gott verfügt über die Kräfte seiner Schöpfung, als wären sie seine Diener. Wer von uns könnte Winde und Feuerflammen zu seinen Boten machen? Was uns Menschen überwältigt und unbeherrschbar erscheint, steht unter Gottes Herrschaft. Er spricht – und seine Schöpfung dient ihm.


Psalm 104 ist ein großes Loblied auf den Schöpfer. Der Psalmbeter staunt über Gottes Größe und Weisheit. Er beschreibt, wie Gott Licht, Himmel, Erde, Wasser und alle Geschöpfe geschaffen und geordnet hat. Selbst die gewaltigen Naturkräfte stehen in seinem Dienst. Gott ist nicht Teil seiner Schöpfung, sondern ihr Herr und Erhalter.


Diese Macht begegnet uns auch in Matthäus 28. Jesus ist gekreuzigt worden und liegt im Grab. Doch am dritten Tag geschieht das Unfassbare: Ein Engel des Herrn kommt vom Himmel herab. Ein Erdbeben erschüttert die Erde, und der Engel wälzt den Stein vom Grab weg. Der Tod scheint gesiegt zu haben, aber Gottes Macht erweist sich als stärker. Jesus ist auferstanden!

 

Dabei hätte Jesus schon vor seiner Verurteilung durch Pilatus seine überlegene Macht einsetzen können. Er hätte seinen Vater bitten können, ihm mehr als zwölf Legionen Engel zu schicken (Matthäus 26,53). Doch er verzichtete darauf. Er ging den Weg ans Kreuz – aus Liebe zu uns. Er tat es für jeden, der begreift: Gottes Liebe meint mich ganz persönlich.


Wer die rettende Hand Gottes ergreift und Jesus als seinen Herrn und alleinigen Retter annimmt, begegnet einer Kraft, die stärker ist als Sünde und Tod. Der Glaube an Jesus ist kein bloßes Für-wahr-Halten. Er bedeutet, ihm zu vertrauen und sich ihm anzuvertrauen. Wer an ihn glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt (Johannes 11,25). Die Macht, die den Stein vom Grab wegbewegte, ist die Macht des auferstandenen Christus. Sie schenkt auch uns Hoffnung über den Tod hinaus.


Ich bete heute: Allmächtiger Gott, wir staunen über deine Größe und Macht. Danke, dass Jesus aus Liebe zu uns den Weg ans Kreuz gegangen ist und den Tod besiegt hat. Hilf uns, ihm ganz zu vertrauen und die Kraft seiner Auferstehung in unserem Leben zu erfahren. Schenke uns die Gewissheit, dass wir in ihm Leben haben – heute und in Ewigkeit. Amen.



Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern einen gesegneten Tag

Herzliche Grüße, Pastor Michael Röschard