Kleiner Hinweis zur heutigen Andacht 😊

Vielleicht wundert sich der eine oder andere, warum beim Öffnen des Links zur Andacht noch immer mein Name und die EFG Husum auftauchen.

Die Erklärung ist eigentlich ganz einfach: Ich kümmere mich dort weiterhin kommissarisch um die Homepage und stelle auch die tägliche Andacht noch ein.

Das mache ich, weil ich diese Aufgabe dort neun Jahre lang gemacht habe und die Übergangszeit so möglichst unkompliziert gestaltet, werden kann.

Inzwischen bin ich allerdings schon seit über sieben Monaten in Güglingen und gehöre zur EMK. 😊 Auch dort entsteht gerade eine neue Homepage, an der ich zur Zeit arbeite. Bis diese online gehen kann, wird es allerdings noch ein klein wenig dauern.

Also keine Sorge: Ich tanze nicht auf zwei Hochzeiten. 😉 Es ist einfach eine Übergangslösung, die momentan noch ein etwas ungewöhnliches Bild abgibt.

Herzliche Grüße aus Güglingen und viel Freude mit der heutigen Andacht!

 


 

Wenn Jesus kommt, wo niemand mehr helfen kann



Leben und Wohltat hast du an mir getan, und deine Obhut hat meinen Odem bewahrt.

Hiob 10,12

 

Er antwortete: Der Mensch, der Jesus heißt, machte einen Brei und strich ihn auf meine Augen und sprach: Geh zum Teich Siloah und wasche dich! Ich ging hin und wusch mich und wurde sehend.

Johannes 9,11

 

Liebe Leserin, lieber Leser,

es gibt Wege im Leben, die wir Menschen nicht verstehen. Der Weg Hiobs war ein solcher Weg. Er verlor seinen Besitz, seine Kinder, seine Gesundheit und schließlich auch das Verständnis dafür, warum all das geschehen musste. Was für ein langer, tragischer und menschlich unbegreiflicher Weg!


Am Ende bekam Hiob alles zurück und noch viel mehr. Aber so läuft es nicht immer in unserem Leben. Manches Leid endet nicht mit einer sichtbaren Wiederherstellung. Manche Gebete bleiben scheinbar unbeantwortet, manche Wunden heilen nur langsam oder vielleicht erst in Gottes Ewigkeit.


Und doch findet Hiob mitten in seinem Leid zu einem erstaunlichen Bekenntnis: „Leben und Wohltat hast du an mir getan, und deine Obhut hat meinen Odem bewahrt.“ Trotz allem, was ihm genommen wurde, erkennt er: Mein Leben ist nicht aus Gottes Hand gefallen. Gott hat mich bis hierher getragen.


Ähnlich erging es dem Blinden. Tag für Tag lebte er mit seiner Not. Niemand war bereit, ihm wirklich zu helfen. Dann kam Jesus. Nicht irgendwann, sondern genau in seine hoffnungslose Situation hinein. Jesus sah ihn und tat, was kein Mensch zuvor für ihn getan hatte. Der Mann ging zum Teich Siloah, wusch sich – und wurde sehend.


Vielleicht gibt es auch in unserem Leben Situationen, in denen wir schon lange warten. Wir haben gehofft, gebetet und vielleicht gedacht: „Es wird sich niemals etwas ändern.“ Doch Jesus ist noch nicht am Ende. Sein Eingreifen kann ganz anders aussehen, als wir es erwarten. Vielleicht nimmt er die Not weg. Vielleicht gibt er uns Kraft, sie zu tragen. Vielleicht schenkt er uns Menschen, die uns helfen. Aber immer dürfen wir darauf vertrauen: Er sieht uns.


Ich möchte heute nicht nur auf das schauen, was mir fehlt, sondern auch auf das, was Gott mir bis hierher geschenkt und bewahrt hat. Ich darf ihm meine offenen Fragen und mein unverstandenes Leid bringen. Und ich will darauf vertrauen, dass Jesus auch meinen Weg kennt – selbst dort, wo ich keinen Ausweg sehe.


Darum bete ich heute: Herr Jesus Christus, danke, dass du mich siehst. Danke für alles, was du mir geschenkt und bis heute bewahrt hast. Wenn ich Wege gehen muss, die ich nicht verstehe, gib mir Vertrauen. Wenn ich müde und hoffnungslos bin, schenke mir neue Kraft. Öffne meine Augen für deine Gegenwart und hilf mir, dir auch dann zu vertrauen, wenn ich dein Handeln noch nicht erkennen kann. Sei bei allen, die schon lange warten und auf Hilfe hoffen. Komm ihnen nahe und lass sie erfahren: Du bist da. Amen.


Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern, einen gesegneten Tag

Herzliche Grüße, Pastor Michael Röschard