Was bestimmt mein Herz?

 

Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus noch alles, was sein ist.

5. Mose 5,21

 

Lasst euer Leben vom Geist Gottes bestimmt sein und richtet es danach aus. Dann werdet ihr nicht euren selbstsüchtigen Wünschen nachgeben.

Galater 5,16


Liebe Leserin, lieber Leser,

wir leben in einer Welt des Vergleichens. Oft genügt ein Blick auf andere, und schon beginnt es in unserem Herzen: Der andere hat mehr. Er besitzt etwas, das ich auch gerne hätte. Sein Leben scheint leichter, schöner oder erfolgreicher zu sein. Und plötzlich erscheint das, was Gott mir gegeben hat, nicht mehr genug.


Gott kennt unser Herz. Deshalb sagt er nicht nur: „Du sollst nicht stehlen“, sondern geht tiefer: „Du sollst nicht begehren.“ Denn vieles beginnt lange vor einer sichtbaren Handlung in unseren Gedanken und Wünschen.


Begehren macht unzufrieden. Es richtet meinen Blick ständig auf das, was mir fehlt, anstatt auf das, was Gott mir anvertraut hat. Dankbarkeit dagegen verändert meine Blickrichtung. Ich erkenne: Mein Leben muss nicht so aussehen wie das Leben eines anderen. Gott geht mit mir meinen eigenen Weg.

 

Doch wie können wir mit falschen und selbstsüchtigen Wünschen umgehen? Paulus gibt uns in Galater 5,16 eine wunderbare Antwort: Wir sollen unser Leben vom Geist Gottes bestimmen lassen.


Es geht also nicht nur darum, gegen falsche Wünsche anzukämpfen. Gott möchte unser Herz mit etwas Besserem erfüllen. Wo sein Geist Raum bekommt, wachsen Liebe statt Neid, Dankbarkeit statt Unzufriedenheit und Zufriedenheit statt ständigem Habenwollen.


Vielleicht gibt es auch in meinem Leben einen Menschen, mit dem ich mich immer wieder vergleiche. Vielleicht denke ich: Warum hat er das und ich nicht? Warum gelingt ihr etwas, wonach ich mich schon lange sehne?


Heute möchte ich diese Gedanken bewusst vor Gott bringen. Statt auf das zu schauen, was andere haben, möchte ich Gott für das danken, was er mir gegeben hat. Ich möchte den Heiligen Geist bitten: Bestimme du meine Gedanken, meine Wünsche und meine Entscheidungen. Lehre mich, anderen von Herzen zu gönnen, was du ihnen schenkst.


Ich bete heute: Herr Jesus, du kennst mein Herz und siehst auch meine verborgenen Wünsche. Vergib mir, wo Neid, Unzufriedenheit oder selbstsüchtiges Begehren Raum bekommen haben. Danke für alles, was du mir geschenkt hast. Hilf mir, dankbar zu leben und mich nicht ständig mit anderen zu vergleichen. Heiliger Geist, erfülle mich und bestimme meine Gedanken und Wünsche. Lehre mich, zufrieden zu sein und anderen von Herzen Gutes zu gönnen. Lass mein Leben von deiner Liebe geprägt sein. Amen.


Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern, einen gesegneten Tag

Herzliche Grüße, Pastor Michael Röschard