Bitten, suchen, anklopfen – und vertrauen

 

Du bist der Gott, der mir hilft; täglich harre ich auf dich.

Psalm 25,5


Bittet, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgetan.

Matthäus 7,7

 

Liebe Leserin, lieber Leser,

manchmal fällt es uns schwer, auf Gott zu warten. Wir wünschen uns Antworten, Lösungen und Veränderungen – am liebsten sofort. Doch David sagt im Psalm: „Täglich harre ich auf dich.“ Harren bedeutet nicht, untätig zu sein. Es bedeutet, Gott zu vertrauen, auch wenn wir noch nicht sehen, wie er handeln wird.


Jesus lädt uns in Matthäus 7,7 sogar dazu ein, aktiv zu werden: „Bittet! Suchet! Klopfet an!“ Diese drei Worte zeigen uns, dass Gott möchte, dass wir mit unseren Anliegen zu ihm kommen. Wir dürfen bitten, was uns bewegt. Wir dürfen suchen, wenn uns Orientierung fehlt. Und wir dürfen anklopfen, auch wenn sich eine Tür zunächst nicht öffnet.


Beide Bibelverse gehören wunderbar zusammen: Wir dürfen Gott vertrauensvoll bitten und gleichzeitig geduldig auf ihn warten. Unser Gebet ist nicht vergeblich, auch wenn die Antwort manchmal anders ausfällt, als wir erwartet haben. Gott kennt unseren Weg, unsere Bedürfnisse und auch den richtigen Zeitpunkt.

 

Vielleicht gibt es gerade in deinem Leben etwas, worauf du schon lange wartest. Eine Entscheidung, eine Veränderung, Heilung, eine offene Tür oder einfach Klarheit für den nächsten Schritt. Bring es heute neu vor Gott. Bitte ihn darum, suche seine Nähe und klopfe weiter an. Und dann darfst du lernen, die Antwort seinem guten Willen und seiner Zeit anzuvertrauen.


Ich möchte heute bewusst das, was mich beschäftigt, im Gebet vor Gott bringen. Ich will nicht nur um eine bestimmte Antwort bitten, sondern auch darum, dass Gott mein Herz bereit macht, seinen Weg anzunehmen. Wenn ich warten muss, möchte ich mich daran erinnern: Gott ist da. Ich bin nicht vergessen. Auch im Warten darf ich ihm vertrauen.



Ich bete heute: Herr, mein Gott, du bist der Gott, der mir hilft. Du kennst meine Fragen, Sorgen und Wünsche. Ich bringe dir heute, was mich beschäftigt. Lehre mich zu bitten, zu suchen und anzuklopfen. Schenke mir Geduld, wenn ich warten muss, und Vertrauen, wenn ich deine Antwort noch nicht erkennen kann. Führe mich auf deinem Weg und hilf mir, deiner Güte zu vertrauen. Danke, dass ich jederzeit zu dir kommen darf. Amen.


Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern, einen gesegneten Tag

Herzliche Grüße, Pastor Michael Röschard