Gottes Kinder – nicht nur dem Namen nach

 

Meine Wohnung soll unter ihnen sein, und ich will ihr Gott sein, und sie sollen mein Volk sein.

Hesekiel 37,27

 

Wie viele ihn aufnahmen, denen gab er Macht, Gottes Kinder zu werden: denen, die an seinen Namen glauben.

Johannes 1,12


Liebe Leserin, lieber Leser,

was für eine wunderbare Zusage: Gott möchte nicht fern und unnahbar sein. Er will mitten unter seinem Volk wohnen. Er will unser Gott sein – und wir dürfen zu ihm gehören. Johannes spricht sogar davon, dass wir Gottes Kinder werden dürfen.


Aber was bedeutet es eigentlich, „an seinen Namen zu glauben“? Es stimmt: Viele Menschen würden von sich sagen: „Ich glaube an Jesus.“ Sie sind getauft, gehen vielleicht sonntags in den Gottesdienst, kennen biblische Geschichten und würden sich selbstverständlich als Christen bezeichnen. Doch Johannes meint mit Glauben mehr als die Zustimmung zu einer Tatsache.


An Jesus zu glauben bedeutet, ihn aufzunehmen. Genau das sagt Johannes: „Wie viele ihn aufnahmen …“ Es geht um eine persönliche Beziehung und um Vertrauen. Jesus nicht nur für wahr zu halten, sondern ihm das eigene Leben anzuvertrauen. Wer Jesus aufnimmt, sagt nicht nur: „Ich glaube, dass es ihn gibt“, sondern: „Jesus, du bist mein Herr. Ich möchte dir gehören und mein Leben nach dir ausrichten.“


Hier liegt die Gefahr eines beruhigenden Missverständnisses: „Ich glaube doch an Jesus, also ist alles in Ordnung. Dann kann ich mein Leben einfach weiterleben wie bisher.“ Aber echter Glaube bleibt nicht ohne Folgen. Er verändert unsere Haltung, unsere Entscheidungen, unseren Umgang mit anderen Menschen und unsere Beziehung zu Gott. Nicht weil wir uns dadurch Gottes Liebe verdienen müssten – sondern weil Gottes Liebe uns verändert.


Ich darf mich deshalb ehrlich fragen: Habe ich Jesus nur einen Platz in meinem Leben eingeräumt – oder habe ich ihm mein Leben anvertraut? Ist mein Glaube nur Gewohnheit, Tradition und Zugehörigkeit? Oder prägt Jesus tatsächlich meinen Alltag? Gott möchte nicht nur unser Sonntagsgott sein. Er möchte bei uns wohnen. Er möchte unser Gott sein und uns zu seinen Kindern machen. Das beginnt dort, wo wir Jesus wirklich aufnehmen und ihm vertrauen.


Darum bete ich heute: Herr Jesus, ich möchte dich nicht nur kennen, sondern dir wirklich vertrauen. Zeige mir, wo mein Glaube nur Gewohnheit geworden ist. Ich möchte dir mein Leben neu anvertrauen. Sei du mein Herr und mein Gott und forme mich zu einem Menschen, der als dein Kind lebt. Amen.

 

Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern, einen gesegneten Tag

Herzliche Grüße, Pastor Michael Röschard