Der Herr wird mich erlösen

 

Die dein Heil lieben, lass allewege sagen: Der HERR sei hoch gelobt!

Psalm 40,17

 

Der Herr wird mich erlösen von allem Übel und mich retten in sein himmlisches Reich. Ihm sei Ehre von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen.

2. Timotheus 4,18

 

Liebe Leserin, lieber Leser,

Psalm 40 beginnt mit einem Menschen, der zurückblickt: David – ihm wird der Psalm zugeschrieben – hat erfahren, dass Gott ihn aus einer Notlage herausgeholt hat. Er beschreibt, wie er auf den Herrn gewartet hat und wie Gott ihn aus einer „Grube des Verderbens“ und aus „Schlamm“ herausgeführt hat. Aus dieser Erfahrung wächst sein Lob.


Doch der Psalm erzählt nicht von einem Leben ohne Schwierigkeiten. David kennt Schuld, Bedrohung, Feinde und eigenes Versagen. Gerade mitten darin hält er sich an Gott fest. Deshalb kann er sagen: „Der HERR sei hoch gelobt!“ Gottes Treue ist größer als die Not, in der er gerade steht.

Einen ganz ähnlichen Ton hören wir bei Paulus. Er schreibt diese Worte am Ende seines Lebens und befindet sich in Gefangenschaft. Er weiß, dass sein irdischer Weg zu Ende gehen kann. Und doch spricht er nicht verzweifelt, sondern voller Gewissheit: „Der Herr wird mich erlösen von allem Übel und mich retten in sein himmlisches Reich.“

 

Paulus hatte unzählige Bedrängnisse erlebt: Gefängnis, Schläge, Verfolgung, Verleumdung und Lebensgefahr. Sein Glaube bedeutete nicht, dass Gott ihm all diese Erfahrungen ersparte. Seine Hoffnung gründete tiefer. Paulus vertraute darauf, dass nichts und niemand ihn aus der Hand Christi reißen konnte. Selbst der Tod war für ihn nicht das Ende, sondern der Übergang in die Gegenwart seines Herrn.


Das ist eine andere Hoffnung als die Hoffnung auf schönes Wetter oder darauf, dass morgen alles leichter wird. Christliche Hoffnung wächst aus der Gewissheit: Ich gehöre zu Jesus Christus. Er hat mich angenommen. Meine Vergangenheit, meine Schuld und meine gegenwärtigen Sorgen haben nicht das letzte Wort.


Das darf auch meine persönliche Hoffnung sein. Ich muss nicht wissen, wie mein Weg weitergeht. Aber ich darf wissen, wem ich gehöre. Und deshalb kann ich – mitten in Unsicherheit und Not – mit David und Paulus sagen: Der Herr sei hoch gelobt!


Darum bete ich heute: Herr Jesus Christus, danke, dass meine Hoffnung auf dir gegründet sein darf. Wenn ich Angst habe, wenn mich meine Vergangenheit belastet oder ich nicht weiß, wie es weitergeht, hilf mir, auf deine Treue zu vertrauen. Bewahre mich in allen Schwierigkeiten und schenke mir die Gewissheit, dass ich in deiner Hand geborgen bin. Führe mich auf meinem Weg und bewahre mir die Hoffnung auf dein himmlisches Reich. Dir sei Ehre von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

 

Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern einen gesegneten Tag

Herzliche Grüße, Pastor Michael Röschard