Die Gnade, die ruft, und die Liebe, die trägt
Kehrt um, ihr abtrünnigen Kinder, spricht der HERR, denn ich bin euer Herr! Und ich will euch holen und will euch bringen nach Zion.
Jeremia 3,14
Folgt nun dem Beispiel Gottes als geliebte Kinder, und führt euer Leben in der Liebe, wie auch Christus uns geliebt und sich für uns hingegeben hat als Gabe und Opfer für Gott.
Epheser 5,1–2
Liebe Leserin, lieber Leser,
die Geschichte Gottes mit den Menschen ist eine Geschichte der Liebe. Selbst dort, wo Menschen ihm den Rücken kehren, bleibt sein Herz ihnen zugewandt. In Jeremia 3 spricht Gott zu einem Volk, das ihn verlassen und andere Wege gewählt hatte. Doch bemerkenswert ist, wie Gott sein Volk anspricht: „abtrünnige Kinder“. Sie haben sich verirrt, aber sie haben ihre Stellung als Kinder nicht verloren. Gott ruft sie zurück, weil sein Herz nach Gemeinschaft verlangt.
Der Ruf zur Umkehr entspringt nicht der Härte Gottes, sondern seiner Gnade. Er sagt nicht: „Findet selbst den Weg zurück“, sondern: „Ich will euch holen.“ Hier wird sichtbar, wie Gott handelt. Er überlässt den verlorenen Menschen nicht sich selbst, sondern kommt ihm entgegen. Dieses Wort weist prophetisch auf Jesus Christus hin, den guten Hirten, der gekommen ist, zu suchen und zu retten, was verloren ist.
Im Epheserbrief wird diese Wahrheit weitergeführt. Wer von Gott zurückgerufen wurde, ist nun ein „geliebtes Kind“. Unsere Identität gründet sich nicht auf unsere Leistung, sondern auf die Liebe des Vaters. Aus dieser Liebe heraus entsteht ein neuer Lebensstil. Paulus fordert uns nicht zuerst auf, mehr zu leisten, sondern erinnert uns daran, wer wir sind: geliebte Kinder Gottes.
Jesus selbst ist dabei unser Vorbild. Seine Liebe war keine bloße Emotion, sondern Hingabe. Am Kreuz gab er sich freiwillig für uns hin. Dort sehen wir die Tiefe der Liebe Gottes. Christus starb nicht für Menschen, die alles richtig gemacht hatten, sondern für Sünder, für Verirrte, für Menschen wie uns. Wer diese Liebe erkennt, wird verändert. Er lernt zu vergeben, Geduld zu üben, Lasten mitzutragen und anderen mit Barmherzigkeit zu begegnen.
Vielleicht spürst du heute, dass dein Herz auf Abstand zu Gott gegangen ist. Vielleicht ist dein Gebetsleben trocken geworden oder Sorgen haben deinen Blick auf den Herrn verdunkelt. Dann höre neu seinen Ruf: „Kehrt um!“ Es ist die Stimme eines liebenden Vaters. Er ruft nicht, um zu verurteilen, sondern um wiederherzustellen. Und wenn du zu ihm kommst, schenkt er dir nicht nur Vergebung, sondern auch die Kraft, in seiner Liebe zu leben.
Ich bete heute: Vater im Himmel, danke, dass deine Liebe größer ist als mein Versagen. Danke, dass du mich suchst, wenn ich mich verirre, und mich als dein geliebtes Kind annimmst. Vergib mir, wo ich eigene Wege gegangen bin, und deine Nähe vernachlässigt habe. Ziehe mich neu zu dir und erfülle mein Herz mit deiner Liebe. Hilf mir, auf Jesus zu schauen und seinem Beispiel zu folgen. Lass mich in meinem Alltag ein Zeuge deiner Gnade sein und die Liebe weitergeben, die ich selbst empfangen habe. Dir sei alle Ehre. Amen.
Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern, einen gesegneten Tag
Herzliche Grüße, Pastor Michael Röschard

