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Was wir haben, gehört Gott

 

Und das Volk freute sich über ihre freiwilligen Gaben; denn sie gaben sie dem HERRN freiwillig von ganzem Herzen.

1. Chronik 29,9

 

Josef aber, der von den Aposteln Barnabas genannt wurde – das heißt übersetzt: Sohn des Trostes –, ein Levit, aus Zypern gebürtig, hatte einen Acker und verkaufte ihn und brachte das Geld und legte es den Aposteln zu Füßen.

Apostelgeschichte 4,37

 

Liebe Leserin, lieber Leser,

auf den ersten Blick scheinen diese beiden Verse weit auseinanderzuliegen. Fast tausend Jahre liegen zwischen ihnen. Und doch verbindet sie etwas Entscheidendes: Menschen geben von ihrem Besitz für Gottes Sache – freiwillig und aus dem Herzen heraus.


In 1. Chronik 29 befinden wir uns in der Zeit König Davids. David bereitet den Bau des Tempels vor. Er selbst hat bereits großzügig gegeben, und nun bringen auch die Obersten und das Volk freiwillige Gaben. Es geht nicht darum, dass ihnen ihr Besitz weggenommen wird. Sie geben, weil ihr Herz an Gott hängt. Deshalb heißt es: „Sie gaben dem HERRN freiwillig von ganzem Herzen.“


Apostelgeschichte 4 führt uns in die erste christliche Gemeinde. Barnabas verkauft einen Acker und bringt den Erlös den Aposteln. Kurz zuvor heißt es über die Gemeinde, dass die Gläubigen ihren Besitz nicht als etwas betrachteten, das nur ihnen selbst gehörte. Zugleich zeigt die weitere Geschichte, besonders bei Hananias und Saphira, dass niemand gezwungen war, seinen Besitz zu verkaufen. Das Problem war nicht der Besitz, sondern die Unwahrheit und die falsche Haltung des Herzens.


Müssen wir deshalb heute unsere Äcker verkaufen? Nein. Die Bibel gibt uns kein solch allgemeines Gebot. Wir leben außerdem in einer anderen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Situation. Eigentum zu besitzen ist nicht grundsätzlich schlecht. Entscheidend ist vielmehr die Frage: Wem gehört mein Besitz wirklich?


Wir dürfen besitzen – aber wir sind letztlich Verwalter. Was wir haben, ist uns anvertraut: unser Geld, unser Haus, unsere Fähigkeiten und unsere Zeit. Der eine hat mehr, der andere weniger. Jeder darf von dem geben, was er geben kann. Und gerade beim Geld kommen Ängste auf: Was ist, wenn es morgen nicht mehr reicht? Was, wenn die Lebenshaltungskosten weiter steigen? Was, wenn wir uns vieles nicht mehr leisten können? Solche Sorgen sind real. Aber wir müssen ihnen nicht die Herrschaft über unser Herz geben.


Petrus schreibt: „Alle eure Sorge werft auf ihn; denn er sorgt für euch.

(1. Petrus 5,7)


Das ist keine Zusage, dass uns immer alles so zur Verfügung steht, wie wir es gerne hätten. Aber es ist die Zusage: Wir sind Gott nicht gleichgültig. Wir dürfen unsere Sorgen zu ihm bringen.


Vielleicht sollten wir deshalb weniger von der Angst bestimmen lassen, dass alles immer unsicherer wird, und uns neu daran erinnern, was Gott uns in seinem Wort zusagt. Besitz ist eine Gabe. Besitz ist aber auch Verantwortung. Und Großzügigkeit beginnt dort, wo wir erkennen: Ich muss nicht alles festhalten, weil mein Leben in Gottes Hand liegt.


Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht: „Wie viel muss ich abgeben?“ Sondern: „Herr, was möchtest du mit dem tun, was du mir anvertraut hast?“ Ein fröhlicher Geber gibt nicht aus Zwang, sondern aus Vertrauen. Denn letztlich gehört alles Gott.


Ich bete heute: Herr, mein Gott, danke für alles, was du mir anvertraust. Danke für das, was ich habe, für mein Zuhause, meine Arbeit, meine Möglichkeiten und für alles, was ich oft als selbstverständlich ansehe. Vergib mir, wenn die Sorge um Geld und Besitz mein Herz beherrscht. Hilf mir, dir auch dann zu vertrauen, wenn ich nicht weiß, was morgen sein wird. Lehre mich, meinen Besitz als deine Gabe und meine Aufgabe als Verwalter zu sehen. Schenke mir Weisheit, mit dem umzugehen, was du mir gegeben hast. Bewahre mich vor Geiz, aber auch vor unvernünftiger Verschwendung. Zeige mir, wo ich helfen, teilen und großzügig sein darf. Und wenn Sorgen kommen, erinnere mich daran, dass ich sie zu dir bringen darf, weil du für mich sorgst. Herr, alles, was ich habe, kommt aus deiner Hand. Hilf mir, es auch in deine Hand zurückzulegen. Amen.

 

Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern einen gesegneten Tag

Herzliche Grüße, Pastor Michael Röschard