Abba, lieber Vater – mit der Hauptleitung verbunden
Wie sich ein Vater über Kinder erbarmt, so erbarmt sich der HERR über die, die ihn fürchten.
Psalm 103,13
Weil ihr nun Kinder seid, hat Gott den Geist seines Sohnes gesandt in unsre Herzen, der da ruft: Abba, lieber Vater!
Galater 4,6
Liebe Leserin, lieber Leser,
gestern erzählte mir jemand mit einer ansteckenden Begeisterung davon, was es für ihn bedeutet, Gott „Vater“ nennen zu dürfen. Er sagte sinngemäß: Wenn er sich vorstellt, dass er den allmächtigen Gott tatsächlich „Vater“ nennen darf, dann komme er sich vor, als wäre er direkt an die ‘Hauptleitung eines Trafos’ angeschlossen. Besser und höher könne es nicht gehen. Und dann beendete er seinen kleinen Monolog voller Freude mit einem einzigen Wort: Halleluja!
Was für ein Bild! Und vielleicht trifft es tatsächlich etwas ganz Entscheidendes. Wir dürfen den allmächtigen, ewigen, heiligen Gott nicht nur unseren Schöpfer und Herrn nennen. Durch Jesus Christus dürfen wir sagen: „Abba, lieber Vater!“ Wir sind mit der Quelle verbunden. Nicht aus eigener Leistung, sondern weil Gott selbst uns zu seinen Kindern gemacht hat.
Dabei wissen wir: Irdische Väter können dieses Bild nur unvollkommen widerspiegeln. Manche Väter waren liebevoll, andere abwesend. Manche haben ihre Kinder geprägt und getragen, andere haben tiefe Verletzungen hinterlassen. Auch der beste Vater bleibt ein Mensch, macht Fehler und versagt.
Unser himmlischer Vater aber ist anders. Er ist die einzige vollkommene Konstante in unserem Leben. Seine Liebe hängt nicht von unserer Leistung ab. Sein Erbarmen hat Bestand. Seine Zusagen bleiben.
Psalm 103 beschreibt dieses Erbarmen mit dem Bild eines Vaters, der sich über seine Kinder erbarmt. Gott kennt unsere Schwachheit und unsere Grenzen. Er weiß, wie zerbrechlich wir sind. Und trotzdem wendet er sich uns liebevoll zu.
Vielleicht darf ich heute einmal ganz bewusst stehen bleiben bei diesem Gedanken: Ich darf Gott „Vater“ nennen. Den allmächtigen Gott! Den, vor dem die ganze Schöpfung steht. Und dieser große Gott sagt zu mir: Du bist mein Kind.
Wenn Sorgen kommen, darf ich mich an ihn wenden. Wenn ich versage, darf ich zu ihm zurückkehren. Wenn Menschen mich enttäuschen, bleibt er treu. Wenn alles unsicher erscheint, bleibt er meine Konstante.
Was für ein Geschenk! Was für eine Sicherheit! Was für ein unermesslicher Reichtum, ein Kind Gottes sein zu dürfen.
Vielleicht sollten wir manchmal einfach nur staunen – und dann das tun, womit jener Mann gestern seine Worte beendet hat: Halleluja!
Darum bete ich heute: Abba, lieber Vater, danke, dass ich dich Vater nennen darf. Danke, dass deine Liebe größer ist als jedes menschliche Versagen. Du bist die Konstante, wenn sich in meinem Leben vieles verändert. Halte mich fest, wenn ich schwach bin, tröste mich, wenn ich traurig bin, und erinnere mich immer wieder daran, dass ich dein Kind bin. Lass mich die Freude darüber niemals verlieren, mit dir verbunden zu sein. Danke für dieses unbegreifliche Geschenk. Halleluja – du bist mein Vater! Amen.
Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern, einen gesegneten Tag
Herzliche Grüße, Pastor Michael Röschard

