Freude, die von Gott kommt

 

Du machst fröhlich, was da lebet im Osten wie im Westen.

Psalm 65,9

 

Der Kerkermeister freute sich mit seinem ganzen Hause, dass er zum Glauben an Gott gekommen war.

Apostelgeschichte 16,34

 

Liebe Leserin, lieber Leser,

Freude gehört zu den schönsten Geschenken Gottes. Doch wir wissen auch, wie schnell sie uns verloren gehen kann. Eine schlechte Nachricht, eine Enttäuschung, Sorgen um einen lieben Menschen oder die Ungewissheit über das Morgen können sich schwer auf unser Herz legen. Manchmal sehnen wir uns nach Freude und können sie doch nicht selbst hervorbringen.


Psalm 65 richtet unseren Blick auf Gott: „Du machst fröhlich.“ Die Quelle wirklicher Freude liegt nicht zuerst in unseren Lebensumständen, sondern bei ihm. Von Osten bis Westen, überall dort, wo Menschen leben, kann Gott Herzen erreichen und neue Freude schenken.


Wie überraschend das geschehen kann, zeigt die Geschichte des Kerkermeisters in Philippi. Die Nacht hatte für ihn alles andere als fröhlich begonnen. Paulus und Silas waren seine Gefangenen. Nach einem Erdbeben glaubte er, sie seien entkommen, und sah keinen Ausweg mehr. Doch dann begegnete ihm mitten in seiner Verzweiflung Gottes Gnade. Paulus und Silas erzählten ihm von Jesus Christus. Der Kerkermeister glaubte – und aus seiner Angst wurde Freude.


Bemerkenswert ist, dass diese Freude nicht bei ihm allein blieb: Sein ganzes Haus freute sich mit ihm. Wenn Gott einen Menschen verändert, können andere etwas davon spüren. Glaube bringt Licht in Beziehungen, Familien und Häuser.


Vielleicht gibt es gerade etwas, das meine Freude überschattet. Dann darf ich mich fragen: Wo suche ich meine Freude? Warte ich darauf, dass sich meine Umstände verändern – oder rechne ich damit, dass Gott mir mitten darin begegnet?


Ich darf heute mit dem, was mich belastet, zu Jesus kommen. Meine Freude muss nicht davon abhängen, ob alles gelingt und alle meine Wünsche erfüllt werden. Ich darf mich darüber freuen, dass ich Gott gehöre, dass er mich kennt und dass seine Gnade größer ist als meine Sorgen.


Und vielleicht möchte Gott durch diese Freude auch andere Menschen berühren. Ein dankbares Wort, ein freundlicher Blick oder ein schlichtes Zeugnis von Gottes Güte kann Licht in den Alltag eines anderen bringen.


Darum bete ich heute: Herr Jesus, danke, dass du die Quelle echter Freude bist. Du kennst meine Sorgen, Enttäuschungen und Ängste. Hilf mir, meine Freude nicht nur in guten Umständen zu suchen, sondern in dir. Lass mich neu darüber staunen, dass ich dir gehören und dir vertrauen darf. Erfülle mein Herz mit deiner Freude und lass sie auch für die Menschen um mich herum sichtbar werden. Mache mein Leben zu einem Zeugnis deiner Güte und deiner Gnade. Amen.


Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern, einen gesegneten Tag

Herzliche Grüße, Pastor Michael Röschard