Mit ganzer Kraft – zu seiner Ehre
Alles, was dir vor die Hände kommt, es zu tun mit deiner Kraft, das tu.
Prediger 9,10
Alles, was ihr tut mit Worten oder mit Werken, das tut alles im Namen des Herrn Jesus und dankt Gott, dem Vater, durch ihn.
Kolosser 3,17
Liebe Leserin, lieber Leser,
die beiden Bibelverse ergänzen sich auf wunderbare Weise. Der Prediger fordert uns auf, das, was uns anvertraut ist, nicht halbherzig, sondern mit ganzer Kraft anzupacken. Paulus geht noch einen Schritt weiter: Nicht nur mit vollem Einsatz sollen wir handeln, sondern alles im Namen Jesu tun und dabei Gott danken.
Wie leicht neigen wir dazu, manche Aufgaben als wichtig und andere als unbedeutend einzustufen. Die großen Entscheidungen erscheinen uns geistlich bedeutsam, während die alltäglichen Pflichten – der Haushalt, die Arbeit, Gespräche mit Nachbarn oder Kollegen – oft gewöhnlich wirken. Doch Gottes Wort macht keinen solchen Unterschied. Jede Aufgabe kann zu einem Dienst für den Herrn werden, wenn sie aus Liebe zu ihm geschieht.
Mit ganzer Kraft zu arbeiten, bedeutet nicht, rastlos oder überfordert zu leben. Vielmehr heißt es, das Beste zu geben, was Gott uns heute an Kraft, Zeit und Möglichkeiten schenkt. Unsere Fähigkeiten sind Gaben Gottes. Sie sollen nicht aus Bequemlichkeit brachliegen, sondern zu seiner Ehre eingesetzt werden.
Gleichzeitig bewahrt uns Kolosser 3,17 vor falschen Motiven. Wir arbeiten nicht, um Anerkennung zu gewinnen oder uns selbst zu beweisen. Wir handeln im Namen Jesu. Das bedeutet, dass unser Reden und Tun seinen Charakter widerspiegeln soll: ehrlich, liebevoll, zuverlässig und barmherzig. Selbst die kleinste Tat erhält dadurch einen ewigen Wert.
Eine dankbare Haltung verändert zudem unseren Blick. Wer Gott für seine Möglichkeiten dankt, sieht seine Aufgaben nicht nur als Last, sondern auch als Gelegenheit, Christus sichtbar zu machen. Ob andere unsere Mühe bemerken oder nicht – der Herr sieht sie. Nichts, was in seinem Namen geschieht, ist vergeblich.
Fragen wir uns heute: Erledige ich meine Aufgaben nur, weil sie getan werden müssen, oder tue ich sie bewusst für Jesus? Rede ich so, dass Menschen etwas von ihm erkennen können? Wenn wir unseren Alltag dem Herrn weihen, wird das Gewöhnliche zu einem Ort der Anbetung und der Begegnung mit Gott.
Ich bete heute: Herr Jesus Christus, danke, dass Du mir jeden Tag neue Aufgaben und Möglichkeiten schenkst. Hilf mir, alles, was ich tue, mit ganzer Hingabe und zu deiner Ehre zu tun. Bewahre mich vor Halbherzigkeit, Stolz und falschen Motiven. Lass meine Worte freundlich und wahr sein und meine Taten deine Liebe widerspiegeln. Erfülle mein Herz mit Dankbarkeit, damit ich dir in den kleinen und großen Dingen treu diene. Möge mein ganzes Leben auf dich hinweisen und deinen Namen ehren. Amen.
Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern, einen gesegneten Tag
Herzliche Grüße, Pastor Michael Röschard

