Wenn alles zerbricht – bleibt Gottes Nähe
Gott ist unsre Zuversicht und Stärke, eine Hilfe in den großen Nöten, die uns getroffen haben. Darum fürchten wir uns nicht.
Psalm 46,2–3
Jesus spricht zu seiner Mutter: Frau, siehe, das ist dein Sohn! Danach spricht er zu dem Jünger: Siehe, das ist deine Mutter! Und von der Stunde an nahm sie der Jünger zu sich.
Johannes 19,26–27
Liebe Leserin, lieber Leser,
mitten in den größten Erschütterungen unseres Lebens stellt Gott eine Wahrheit vor unsere Augen: Er ist unsere Zuflucht. Der Psalmbeter verschweigt die Not nicht. Er spricht von „großen Nöten“, die Menschen treffen. Glaube bedeutet nicht, dass Schwierigkeiten ausbleiben. Aber Glaube bedeutet, dass wir ihnen nicht allein begegnen. Gott ist nicht nur ein ferner Beobachter, sondern eine gegenwärtige Hilfe. Deshalb kann der Psalm trotz aller Bedrohung sagen: „Darum fürchten wir uns nicht.“
Diese Wahrheit sehen wir auch am Kreuz. Während Jesus unvorstellbare Schmerzen erträgt und das Heil der Welt vollbringt, vergisst er die Menschen, die ihm anvertraut sind, nicht. Er sieht seine Mutter Maria und den Jünger Johannes. In diesem Moment stiftet er eine neue Gemeinschaft. Maria soll nicht allein zurückbleiben, Johannes erhält Verantwortung, und beide erfahren Fürsorge durch die Worte Jesu.
Das zeigt etwas Wesentliches über Gottes Wesen: Er kümmert sich nicht nur um unsere ewige Rettung, sondern auch um die konkreten Nöte unseres Alltags. Wo Menschen einsam sind, schenkt er Gemeinschaft. Wo Trauer herrscht, stiftet er Liebe. Wo Angst regiert, erinnert er daran, dass seine Gegenwart stärker ist als jede Bedrohung.
Vielleicht gibt es auch in deinem Leben Situationen, in denen vieles ins Wanken geraten ist. Sorgen um die Familie, gesundheitliche Belastungen oder ungeklärte Zukunftsfragen können das Herz schwer machen. Dann dürfen wir uns an diese beiden Bibeltexte halten. Gott bleibt unsere Stärke, und Jesus sorgt für seine Kinder. Oft geschieht seine Hilfe durch Menschen, die er an unsere Seite stellt. Ebenso gebraucht er auch uns, damit wir anderen zur Ermutigung und Unterstützung werden.
Wer sich auf Gottes Fürsorge verlässt, entdeckt: Seine Nähe trägt auch dann, wenn wir den Weg noch nicht erkennen. Seine Kraft reicht weiter als unsere eigene, und seine Liebe verbindet Menschen selbst dort, wo Schmerz und Abschied das letzte Wort zu haben scheinen.
Ich bete heute: Herr, unser Gott, danke, dass du unsere Zuflucht und unsere Stärke bist. Du kennst unsere Ängste, unsere Sorgen und alles, was uns belastet. Hilf uns, dir zu vertrauen, wenn wir den Weg nicht verstehen. Danke, dass Jesus auch in der dunkelsten Stunde voller Liebe und Fürsorge gehandelt hat. Schenke uns offene Augen für die Menschen, die du uns anvertraust, und lass auch uns anderen zum Segen werden. Erfülle unser Herz mit deinem Frieden und lass uns jeden neuen Tag in der Gewissheit leben, dass du bei uns bist. Amen.
Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern, einen gesegneten Tag
Herzliche Grüße, Pastor Michael Röschard

