Dem Herrn dienen – Jesus nachfolgen
Auch wir wollen dem HERRN dienen; denn er ist unser Gott.
Josua 24,18
Jesus sah einen Zöllner mit Namen Levi am Zoll sitzen und sprach zu ihm: Folge mir nach! Und er verließ alles, stand auf und folgte ihm nach.
Lukas 5,27–28
Liebe Leserin, lieber Leser,
„Wir wollen dem Herrn dienen.“ Das klingt nach einer klaren Entscheidung. Doch was bedeutet es eigentlich, Gott zu dienen? Und was geschieht, wenn Jesus uns ganz persönlich in seine Nachfolge ruft?
Der Vers aus dem Buch Josua steht am Ende der Wüstenwanderung und am Beginn einer neuen Zeit für Israel. Josua versammelt das Volk und erinnert es daran, wie Gott es geführt, bewahrt und aus der Knechtschaft befreit hat. Nun fordert er die Israeliten auf, sich bewusst zu entscheiden, wem sie dienen wollen.
Das Volk antwortet, dass es dem HERRN dienen will, denn er ist sein Gott. Diese Entscheidung gründet nicht auf einer religiösen Pflicht, sondern auf Gottes Treue, die das Volk erfahren durfte. Allerdings wird sich zeigen, dass es nicht genügt, einmal Ja zu sagen. Der Glaube muss sich im Alltag bewähren.
Im Lukasevangelium begegnen wir Levi, einem Zöllner. Zöllner waren bei vielen Menschen verachtet, weil sie mit der römischen Besatzungsmacht zusammenarbeiteten und häufig als habgierig galten. Ausgerechnet diesen Mann ruft Jesus in seine Nachfolge. Jesus wartet nicht, bis Levi sein Leben selbst in Ordnung gebracht hat. Er spricht ihn mitten in seinem Alltag an: „Folge mir nach!“ Und Levi steht auf und folgt ihm.
Was für ein bewegender Augenblick! Levi lässt sein bisheriges Leben hinter sich und beginnt einen neuen Weg mit Jesus. Der Text berichtet nicht ausführlich von seinen inneren Überlegungen. Aber seine Reaktion zeigt, dass Jesu Ruf für ihn entscheidend wird.
Beide Bibelstellen stellen uns vor eine persönliche Frage: Wem gehört mein Leben? Wir können uns zu Gott bekennen und trotzdem an Gewohnheiten, Sicherheiten oder eigenen Vorstellungen festhalten. Jesus nachzufolgen, bedeutet nicht unbedingt, alles Materielle aufzugeben. Es bedeutet aber, ihm den ersten Platz einzuräumen und bereit zu sein, unser Leben von ihm verändern zu lassen.
Wo ruft Jesus mich heute, ihm mehr zu vertrauen? Vielleicht soll ich einen alten Groll loslassen, einem Menschen helfen oder eine Entscheidung nach Gottes Willen treffen. Ich möchte nicht nur sagen, dass Gott mein Herr ist, sondern ihm auch im Alltag folgen.
Darum bete ich heute: Herr Jesus Christus, danke, dass du mich rufst, dir nachzufolgen. Schenke mir ein offenes Herz und den Mut, alte Wege zu verlassen, wenn du mich auf neue führst. Hilf mir, dir nicht nur mit Worten, sondern mit meinem ganzen Leben zu dienen. Du bist mein Herr und mein Gott. Amen.
Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern einen gesegneten Tag
Herzliche Grüße, Pastor Michael Röschard

