Gottes Zorn ist nicht das letzte Wort

 

Gott spricht: Ich will nicht immerdar hadern und nicht ewiglich zürnen.

Jesaja 57,16

 

Wenn jemand sündigt, so haben wir einen Fürsprecher bei dem Vater, Jesus Christus, der gerecht ist.

1. Johannes 2,1


Liebe Leserin, lieber Leser,

es gibt Augenblicke, in denen wir uns unserer Schuld sehr deutlich bewusst werden. Wir wissen, dass wir etwas gesagt oder getan haben, das nicht richtig war. Vielleicht tragen wir auch schon lange ein schlechtes Gewissen mit uns herum. Dann kann leicht der Gedanke entstehen: Gott ist enttäuscht von mir. Er kann mir das nicht mehr vergeben.


Doch unser heutiger erster Bibelvers zeigt uns ein anderes Bild von Gott. Er sagt: „Ich will nicht immerdar hadern und nicht ewiglich zürnen.“ Gott nimmt unsere Sünde ernst. Er redet sie nicht klein und nennt das Böse nicht gut. Aber sein Zorn ist nicht das letzte Wort über unser Leben. Gottes Herz ist auf Versöhnung ausgerichtet. Er möchte nicht, dass wir für immer von ihm getrennt bleiben.


Wie diese Versöhnung möglich wird, erklärt uns der zweite Vers. Wir haben einen Fürsprecher bei dem Vater: Jesus Christus. Er steht für uns ein. Wenn wir schuldig geworden sind, müssen wir nicht versuchen, uns selbst vor Gott zu rechtfertigen. Wir dürfen mit unserer Schuld zu Jesus kommen. Er ist gerecht und hat am Kreuz unsere Schuld getragen.


Das bedeutet nicht, dass Sünde belanglos wäre. Es bedeutet vielmehr, dass Gottes Gnade größer ist als unsere Schuld. Wir dürfen umkehren, Vergebung empfangen und neu beginnen.


Vielleicht gibt es heute etwas, das du Gott schon lange nicht mehr nennen möchtest. Etwas, das dich belastet oder beschämt. Verstecke dich nicht davor. Bring es im Gebet zu Jesus. Bekenne ihm ehrlich, was dich bedrückt, und vertraue darauf, dass seine Vergebung größer ist als dein Versagen. Du musst nicht in deiner Schuld bleiben. Gottes ausgestreckte Hand lädt dich ein, wieder aufzustehen und mit ihm weiterzugehen.


Darum bete ich heute: Herr Jesus Christus, danke, dass du mein Fürsprecher bist. Danke, dass deine Gnade größer ist als meine Schuld. Hilf mir, meine Sünden ehrlich vor dir zu bekennen und deine Vergebung anzunehmen. Nimm mir Schuld und Angst und schenke mir ein neues, freies Herz. Hilf mir, heute neu auf dich zu vertrauen und meinen Weg mit dir weiterzugehen. Amen.


Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern einen gesegneten Tag

Herzliche Grüße, Pastor Michael Röschard