LichtBlick des Tages
Unter dem Schutz von Gottes Frieden
„Der HERR spricht: Frieden mache ich zu deiner Wache und Gerechtigkeit zu deiner Obrigkeit.“
(Jesaja 60,17)
Liebe Leserin, lieber Leser,
in einer Welt voller Konflikte, Krisen und Unsicherheiten klingt dieses Wort aus Jesaja wie ein kraftvolles Gegenlicht. Wenn wir hören von Kriegen, politischen Auseinandersetzungen, humanitären Notlagen und wachsender Angst um die Zukunft unserer Kinder, dann spüren wir: Menschlicher Frieden ist zerbrechlich. Er ist fragil, abhängig von Interessen, Macht und menschlichem Willen.
Doch mitten in all dem spricht Gott zu seinem Volk – und zu uns: „Frieden mache ich zu deiner Wache.“ Das ist nicht das Versprechen, dass es nie mehr Streit geben wird. Es ist die Zusage, dass Gott selbst zu deinem Schutz und zu deinem Fundament wird. Sein Frieden ist kein oberflächlicher Friede, der Schwierigkeiten ignoriert oder sie kleinredet. Gottes Frieden trägt tief in der Seele. Er schenkt eine innere Ruhe, die stärker ist als Furcht und Unruhe. Er ist ein Friede, der nicht zerbricht, wenn draußen Stürme toben.
Gottes Frieden schützt das Herz vor Verzweiflung, bevor wir überhaupt spüren, dass wir kämpfen müssen. Er bewahrt unseren inneren Raum, damit wir klar denken und handeln können – auch in schwierigen Zeiten. Und Gottes Gerechtigkeit, die er als Obrigkeit setzt, bedeutet, dass Gott sich nicht von Ungerechtigkeit und Leid abwendet, sondern sein Herz für alle aufschlägt, die unter Unrecht leiden.
Das ist ein Frieden, der Mut macht. Ein Frieden, der in uns beginnt und von dort in unsere Familien, Gemeinden und Gemeinschaften weiterwirkt. Ein Frieden, der uns nicht passiv macht, sondern unsere Augen öffnet für Mitmenschen, die Schutz, Hoffnung und ein offenes Herz brauchen.
Heute stehen viele Menschen unter Druck:
– Sorgen um Gesundheit,
– finanzielle Belastungen,
– politische Spannungen,
– Krieg und Flucht.
Gott lädt dich ein, deine Lasten nicht allein zu tragen – sondern seine Nähe zu suchen. Es ist ein Frieden, der dich nicht von der Realität trennt, aber dich durch sie hindurchträgt. Du kannst beten, handeln, zuhören, helfen – und dabei wissen: Gott geht mit. Er schläft nicht, er wacht über dir und schenkt dir innere Ruhe, die heller leuchtet als jede Angst.
Darum bete ich heute: (nach Franz von Assisi)
Herr, mache mich zu einem Werkzeug deines Friedens,
dass ich Liebe bringe, wo man sich hasst,
dass ich verzeihe, wo man sich beleidigt,
dass ich verbinde, wo Streit ist,
dass ich die Wahrheit sage, wo Irrtum herrscht,
dass ich den Glauben bringe, wo Zweifel drückt,
dass ich die Hoffnung wecke, wo Verzweiflung quält,
dass ich Licht entzünde, wo Finsternis regiert,
dass ich Freude bringe, wo der Kummer wohnt.
Herr, lass mich trachten,
nicht dass ich getröstet werde, sondern dass ich tröste,
nicht dass ich verstanden werde, sondern dass ich verstehe,
nicht dass ich geliebt werde, sondern dass ich liebe.
Denn wer sich hingibt, der empfängt.
Wer verzeiht, dem wird verziehen.
Und wer stirbt, erwacht zum ewigen Leben.
Amen.
Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern, einen gesegneten Tag!
Herzliche Grüße, Pastor Michael Röschard

