Wohin sollten wir gehen, wenn nicht zu dir?
Tu mir kund den Weg, den ich gehen soll; denn mich verlangt nach dir.
Psalm 143,8
Simon Petrus antwortete Jesus: Herr, wohin sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens; und wir haben geglaubt und erkannt: Du bist der Heilige Gottes.
Johannes 6,68–69
Liebe Leserin, lieber Leser,
wer kennt sie nicht als Christ – diese tiefe Sehnsucht nach Gottes Nähe? Es gibt eine Sehnsucht in unserer Seele, die nichts in dieser Welt wirklich stillen kann. Wir können vieles besitzen, vieles erreichen und von Menschen geliebt werden. Und doch bleibt manchmal dieses leise Verlangen: Ich möchte näher bei dir sein, Herr. Ich möchte dich spüren, dir vertrauen und in deiner Gegenwart zur Ruhe kommen.
Tu mir kund den Weg, den ich gehen soll; denn mich verlangt nach dir. Diese Worte aus Psalm 143 sind für mich ein Gebet, das tief ins Herz geht. Es geht nicht zuerst darum, den ganzen Weg zu kennen. Es geht darum, den zu kennen, der uns den Weg zeigt. Gott selbst soll unser Ziel sein.
Und dann die Worte des Petrus: „Herr, wohin sollen wir gehen?“ In diesem Satz liegt eine tiefe Erkenntnis. Petrus weiß: Es gibt keinen besseren Ort als bei Jesus. Er hat erkannt, wer Jesus wirklich ist. „Du bist der Heilige Gottes.“ Und deshalb verlieren alle anderen Möglichkeiten ihre Bedeutung.
Vielleicht erleben wir Zeiten, in denen wir uns nach vielem ausstrecken: nach Sicherheit, Erfolg, Anerkennung, Wohlstand oder menschlicher Nähe. Doch wenn wir wirklich bei Jesus angekommen sind und in den „Armen Gottes“ ruhen dürfen, erscheint selbst der größte Reichtum dieser Welt plötzlich wie billiger Tand. Was uns früher wichtig erschien, verliert seinen Glanz gegenüber dem unermesslichen Reichtum, den wir in Christus gefunden haben.
Ich möchte mir heute neu bewusst machen: Wohin sollte ich gehen mit meiner Sehnsucht, meinen Sorgen und meiner Zukunft? Zu Jesus. Er allein hat Worte des ewigen Lebens. Bei ihm darf meine Seele zur Ruhe kommen. Und selbst wenn ich den nächsten Schritt noch nicht kenne, darf ich darauf vertrauen, dass er mich führt.
Diese beiden Verse gehören mit zu meinen Lieblingsversen, weil sie tief ins Herz sprechen und meiner Seele Heilung schenken können. Sie erinnern mich daran: Ich muss nicht alles verstehen. Ich muss nur wissen, zu wem ich gehen darf.
Darum bete ich heute: Herr Jesus, du kennst meine Sehnsucht und weißt, wonach sich meine Seele sehnt. Zeige mir den Weg, den ich gehen soll. Lass mich immer wieder erkennen, dass nichts in dieser Welt wertvoller ist als deine Nähe. Schenke mir die Geborgenheit, die nur du geben kannst. Hilf mir, dir zu vertrauen, auch wenn ich den Weg noch nicht sehe. Lass mich erkennen, wer du bist: der Heilige Gottes, mein Herr und mein Leben. Und lass meine Seele bei dir zur Ruhe kommen. Amen.
Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern, einen gesegneten Tag
Herzliche Grüße, Pastor Michael Röschard

