Wenn unser Mund von Gottes Wort singt

 

Meine Zunge soll singen von deinem Wort; denn alle deine Gebote sind gerecht.

Psalm 119,172


Aus einem Munde kommt Loben und Fluchen. Das soll nicht so sein, meine Brüder und Schwestern.

Jakobus 3,10


Liebe Leserin, lieber Leser,

unsere Worte haben eine große Wirkung. Mit unserem Mund können wir Gott loben, andere Menschen ermutigen und Hoffnung schenken. Aber derselbe Mund kann auch verletzen, kritisieren, schimpfen oder über andere schlecht reden. Genau auf diesen Widerspruch macht uns Jakobus aufmerksam: Aus einem Mund sollen nicht gleichzeitig Segen und Fluch kommen.


Der Psalmist zeigt uns eine andere Richtung. Seine Zunge soll von Gottes Wort singen. Gottes Gebote sind für ihn nicht eine Last, sondern etwas, das ihn zum Lob führt. Wenn wir uns mit Gottes Wort beschäftigen, kann es auch unser Reden verändern. Was unser Herz erfüllt, kommt früher oder später aus unserem Mund.


Das ist eine wichtige persönliche Frage: Was kommt aus meinem Mund, wenn ich gestresst, enttäuscht oder verletzt bin? Rede ich dann noch so, dass meine Worte Gott ehren und meinem Gegenüber guttun? Gerade in schwierigen Situationen zeigt sich, was wirklich in unserem Herzen steckt.

 

Ich möchte deshalb bewusster darauf achten, meine Worte als Werkzeug Gottes zu gebrauchen. Bevor ich etwas sage, kann ich mich fragen: Ist es wahr? Ist es liebevoll? Ist es hilfreich? Und ehrt es Gott? Das bedeutet nicht, dass wir niemals einen Fehler machen. Aber wir dürfen Gott darum bitten, unsere Herzen und damit auch unsere Worte zu verändern.


Vielleicht gibt es heute einen Menschen, dem ich mit einem guten Wort begegnen kann. Vielleicht braucht jemand Ermutigung, Vergebung oder einfach ein Zeichen der Wertschätzung. Lasst uns unseren Mund nicht für beides gebrauchen, für Lob und Verletzung, sondern immer mehr dafür, Gottes Güte weiterzugeben.


Darum bete ich heute: Herr, danke für dein Wort, das uns zeigt, wie wir leben und reden dürfen. Vergib uns, wenn wir mit unseren Worten andere verletzt oder schlecht über sie gesprochen haben. Reinige unser Herz und hilf uns, dass aus unserem Mund Worte des Segens, der Wahrheit und der Liebe kommen. Lass unsere Zunge von deinem Wort singen und dich durch unser Reden ehren. Schenke uns Weisheit und Selbstbeherrschung, besonders in schwierigen Situationen. Gebrauche unsere Worte, um Menschen aufzurichten und dir die Ehre zu geben. Amen.


Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern, einen gesegneten Tag

Herzliche Grüße, Pastor Michael Röschard