Welch ein Ausblick!

 

Die Völker, die um euch her übrig geblieben sind, sollen erfahren, dass ich der HERR bin, der da baut, was niedergerissen ist, und pflanzt, was verheert war.

Hesekiel 36,36

 

Siehe, eine große Schar, die niemand zählen konnte, aus allen Nationen und Stämmen und Völkern und Sprachen; die riefen mit großer Stimme: „Das Heil ist bei unserm Gott, der auf dem Thron sitzt, und bei dem Lamm!“

Offenbarung 7,9–10


Liebe Leserin, lieber Leser,

was für ein Ausblick! Beide Bibelworte sprechen hinein in eine Welt, in der vieles zerstört, verwüstet und hoffnungslos erscheint. Und beide weisen über das Sichtbare hinaus auf den Gott, der wiederherstellt.


Hesekiel spricht zu einem Volk im babylonischen Exil. Jerusalem war zerstört, das Land verwüstet, und die Hoffnung schien verloren. Doch Gott kündigt an: Er selbst wird wieder aufbauen und neu pflanzen. Aus Trümmern soll neues Leben entstehen. Die umliegenden Völker sollen erkennen, dass der HERR es getan hat.


Jahrhunderte später sieht Johannes in seiner Offenbarung eine unzählbare Schar aus allen Völkern und Sprachen. Sie stehen vor Gottes Thron und vor dem Lamm – Jesus Christus. Was für ein Bild! Gottes Geschichte endet nicht in Zerbruch, sondern in Anbetung, Gemeinschaft und Heil.


Schon in 1. Mose 3,15, dem sogenannten „Protevangelium“, wird nach dem Sündenfall die erste große Verheißung auf den kommenden Retter sichtbar. Damals wusste niemand, wie lange es dauern würde. Mehr als tausend Jahre später kam Jesus tatsächlich – nicht als mächtiger Herrscher, sondern als Kind in der Krippe.


Und ebenso wird es mit seiner Wiederkunft sein: Sie kommt in Gottes Zeit. Jesus wird nicht noch einmal als hilfloses Kind kommen, sondern in Macht und Herrlichkeit.


Vielleicht verwundert dich das. Vielleicht glaubst du nicht daran. Und vielleicht hast auch du als Nachfolger Jesu manchmal Zweifel: Kommt er wirklich wieder? Paulus schreibt: „So tröstet euch nun mit diesen Worten.“ (1. Thessalonicher 4,18) Darum dürfen wir unsere Hoffnung nicht an das binden, was wir gerade sehen. Gott baut, was niedergerissen wurde. Er pflanzt, was verwüstet war. Und Jesus wird wiederkommen.


Wo in meinem Leben sehe ich gerade nur Trümmer? Ich darf Gott zutrauen, dass er auch dort neues Leben schaffen kann. Ich will heute nicht meiner Angst das letzte Wort geben, sondern Gottes Verheißung.


Darum bete ich heute: Herr Jesus, danke, dass meine Hoffnung nicht von den Umständen abhängt. Wenn ich zweifle, stärke meinen Glauben. Wenn ich Angst habe, schenke mir deinen Frieden. Hilf mir, dir zu vertrauen, auch wenn ich noch nicht sehen kann, was du tun wirst. Lass mich auf deine Wiederkunft warten und mein Leben in dieser Hoffnung führen. Du bist der Gott, der wieder aufbaut und neues Leben schenkt. Komm, Herr Jesus! Amen.

  

Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern einen gesegneten Tag

Herzliche Grüße, Pastor Michael Röschard