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LichtBlick des Tages


Wenn Warten auf Begegnung trifft

 

„Ich harrte des HERRN, und er neigte sich zu mir und hörte mein Schreien.“

Psalm 40,2


„Jesus spricht zu ihm: Steh auf, nimm dein Bett und geh hin!“

Johannes 5,8

 

Liebe Leserin, lieber Leser,

heute habe ich beide Bibelstellen aus den Losungen genommen. Irgendwie gehören sie zusammen, auch wenn zwischen beiden einige hundert Jahre liegen. Dadurch zeigen sie uns aber auch, dass sie von ihrer Aussage her zeitlos sind.


Beide Bibelstellen erzählen von Menschen in tiefer Not – und von einem Gott, der nicht fern bleibt. Der Beter in Psalm 40 blickt zurück auf eine Zeit des Wartens. Harren bedeutet mehr als bloßes Abwarten; es beschreibt ein hoffnungsvolles, oft mühsames Ausharren im Vertrauen auf Gott.

Der Psalmist schreit zu Gott, und Gott neigt sich zu ihm. Das Bild ist tröstlich: Der allmächtige Herr beugt sich herab, hört aufmerksam zu und greift ein.


Im Johannesevangelium begegnen wir einem Mann, der seit 38 Jahren krank ist. Auch er wartet – allerdings auf Menschen, auf Hilfe, auf eine Gelegenheit, die ihm immer wieder verwehrt bleibt. Seine Antwort an Jesus ist voller Resignation: „Ich habe keinen Menschen.“ Seine Hoffnung ist an Bedingungen geknüpft, an andere, an Umstände, an den richtigen Moment. Doch Jesus durchbricht diesen Kreislauf des Wartens. Ohne dass der Mann ausdrücklich um Heilung bittet, spricht Jesus ein machtvolles Wort: „Steh auf!“


Hier begegnen sich Warten und Handeln. Gott hört das Schreien der Wartenden, aber er ist nicht an unsere Vorstellungen gebunden, wie Hilfe auszusehen hat. Der Mann am Teich schaut auf das, was ihm fehlt. Jesus aber sieht, was möglich ist. Sein Wort schafft neue Wirklichkeit. Wo Menschen fehlen, ist Gott selbst gegenwärtig. Wo Hoffnung versiegt, spricht Christus in unser Leben.


Beide Texte machen deutlich: Gott ist kein ferner Beobachter. Er hört, er sieht, er handelt – manchmal anders und überraschender, als wir es erwarten. Das Warten wird nicht immer sofort beendet, aber es bleibt nicht sinnlos, wenn es vor Gott geschieht.


Wo warte ich schon lange? Vielleicht auf Heilung, Veränderung, Antwort oder Hilfe durch andere Menschen. Diese Bibelworte laden mich ein, meine Hoffnung neu auf Gott zu setzen. Ich darf mein Schreien vor ihn bringen und zugleich offen sein für sein Handeln – auch dann, wenn es meine bisherigen Vorstellungen sprengt. Jesu Wort gilt auch mir: Steh auf! Vertraue mir einen Schritt mehr, als du für möglich hältst.



Darum bete ich heute: Herr, du siehst mein Warten und kennst meine Not. Oft schaue ich auf das, was mir fehlt, und verliere den Mut. Danke, dass du dich zu mir neigst und mein Schreien hörst. Sprich dein lebendiges Wort in mein Leben, wo ich festgefahren bin. Schenke mir Vertrauen, Geduld und die Kraft, aufzustehen, wenn du mich rufst. Amen.


Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern, einen gesegneten Tag!

Herzliche Grüße, Pastor Michael Röschard