Jesus Christus – Gekommen, Gegenwärtig und Wiederkommend


Und du, Bethlehem Efrata, die du klein bist unter den Tausenden in Juda, aus dir soll mir der kommen, der in Israel Herr sei, dessen Ausgang von Anfang und von Ewigkeit her gewesen ist.

Micha 5,1

 

Da Jesus geboren war zu Bethlehem in Judäa zur Zeit des Königs Herodes, siehe, da kamen Weise aus dem Morgenland nach Jerusalem und sprachen: Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben seinen Stern aufgehen sehen und sind gekommen, ihn anzubeten.

Matthäus 2,1–2

 

Liebe Leserin, lieber Leser,

Zwischen der Verheißung Michas und der Geburt Jesu liegen viele Jahrhunderte. Dennoch erfüllte Gott sein Wort bis ins kleinste Detail. Der angekündigte Herrscher wurde tatsächlich in dem unbedeutenden Ort Bethlehem geboren. Was Menschen als klein und unscheinbar ansehen, erwählt Gott oft, um seine größten Pläne zu verwirklichen.


Micha beschreibt den kommenden Herrscher nicht nur als König Israels, sondern als den, „dessen Ausgang von Anfang und von Ewigkeit her gewesen ist“. Hier wird die göttliche Natur Jesu sichtbar. Das Kind in der Krippe ist nicht erst mit seiner Geburt ins Dasein gekommen. Er ist der ewige Sohn Gottes, der Mensch wurde, um uns zu erlösen.


Es mag angesichts der sommerlichen Hitze fast ungewöhnlich erscheinen, heute einen Bibeltext zu lesen, den viele eher mit der Weihnachtszeit verbinden. Doch gerade darin liegt eine wichtige Botschaft. Die Geburt Jesu ist kein abgeschlossenes Ereignis der Vergangenheit, sondern der Beginn der Heilsgeschichte, die auf ihre Vollendung wartet. Der König, dessen Kommen Micha ankündigte und dessen Geburt Matthäus berichtet, wird wiederkommen – nicht mehr in der Niedrigkeit einer Krippe, sondern in Herrlichkeit und Macht.


Gerade in einer Zeit, in der immer wieder darüber spekuliert wird, ob Jesus überhaupt gelebt hat oder ob die biblischen Berichte glaubwürdig sind, ist es wichtig, am Wort Gottes festzuhalten. Die Erfüllung der Prophezeiung von Bethlehem zeigt, dass Gottes Wort wahr und zuverlässig ist. Diese Wahrheit trägt uns durch die Stürme des Lebens und des Alltags. Sie gibt uns Halt, bis der Tag kommt, an dem unser Glaube zum Schauen wird und wir Jesus Christus in seiner Herrlichkeit sehen.


Diese beiden Bibelstellen stellen auch uns eine wichtige Frage: Welche Bedeutung hat Jesus für unser Leben? Ist er nur eine geschichtliche Persönlichkeit oder ist er tatsächlich unser Herr und König? Wer erkennt, dass Jesus der verheißene und ewige Retter ist, wird nicht gleichgültig bleiben. Wahre Begegnung mit ihm führt zur Anbetung, zum Vertrauen und zum Gehorsam.


Darum bete ich heute: Herr Jesus Christus, ich danke dir, dass du der verheißene König bist, den Gott von Ewigkeit her bestimmt hat. Danke, dass du in Demut nach Bethlehem gekommen bist, um mein Retter zu werden. Danke aber auch, dass du wiederkommen wirst, um dein Reich in Herrlichkeit aufzurichten. Stärke mein Vertrauen in dein zuverlässiges Wort, wenn Zweifel und Unsicherheit laut werden. Hilf mir, täglich mit dem Blick auf dich zu leben und dir treu nachzufolgen, bis ich dich einst sehen darf, wie du bist. Dir allein gebührt alle Ehre. Amen.

 

Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern, einen gesegneten Tag

Herzliche Grüße, Pastor Michael Röschard