Sein Name – seine Treue – seine Liebe

 

Denn der HERR wird um seines großen Namens willen sein Volk nicht verlassen; denn es hat dem HERRN gefallen, euch zu seinem Volk zu machen.

1. Samuel 12,22


Ich habe ihnen deinen Namen kundgetan und werde ihn kundtun, damit die Liebe, mit der du mich liebst, in ihnen sei und ich in ihnen.

Johannes 17,26


Liebe Leserin, lieber Leser,

was für eine Zusage steckt in diesen Worten: Gott verstößt sein Volk nicht. Nicht weil sein Volk immer alles richtig gemacht hätte. Nicht weil es besonders treu gewesen wäre. Sondern um seines großen Namens willen.

Samuel spricht diese Worte zu Israel. Das Volk hatte einen König verlangt und damit gezeigt, dass es Gott als seinen König nicht mehr genügte. Trotzdem sagt Gott nicht: Jetzt habt ihr es endgültig verspielt. Nein – er bleibt seinem Volk treu.


Das ist auch für uns eine gewaltige Hoffnung. Gottes Treue hängt nicht daran, dass wir jeden Tag alles richtig machen. Wir können schuldig werden, versagen, zweifeln oder uns von Gott entfernen. Aber Gott bleibt Gott. Sein Name steht für seine Treue.


Und dann hören wir Jesus beten. Kurz vor seinem Tod betet er für seine Jünger und sagt: „Ich habe ihnen deinen Namen kundgetan.“ Jesus hat ihnen gezeigt, wer Gott wirklich ist: kein ferner, unnahbarer Gott, sondern der Vater, der liebt.


Und Jesus nennt sogar das Ziel: „damit die Liebe, mit der du mich liebst, in ihnen sei und ich in ihnen.“ Diese Liebe soll nicht nur eine schöne Vorstellung bleiben. Sie soll in uns wohnen.


Vielleicht tragen wir heute Sorgen mit uns herum. Vielleicht gibt es Schuld, Enttäuschung oder die Frage: Kann Gott mich überhaupt noch gebrauchen? Dann dürfen wir auf diese beiden Worte vertrauen: Gott verlässt sein Volk nicht. Und die Liebe des Vaters darf durch Jesus auch unser Herz erreichen.


Das dürfen wir ganz persönlich nehmen: Ich bin Gott nicht gleichgültig. Ich muss mir seine Liebe nicht erst verdienen.


Darum lasst uns heute nicht auf unsere eigene Unvollkommenheit schauen, sondern auf Gottes großen Namen und seine unveränderliche Liebe.

Ich bete heute: Herr, unser Gott, wir danken dir, dass du treu bist, auch wenn wir untreu sind. Danke, dass du dein Volk nicht verlässt und dass wir dir nicht gleichgültig sind. Lass die Liebe, von der Jesus gesprochen hat, auch in unseren Herzen lebendig sein. Hilf uns, dir zu vertrauen, gerade wenn wir zweifeln oder versagen. Lass uns deine Liebe weitergeben und jeden Tag aus deiner Gnade leben. Amen.



Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern einen gesegneten Tag

Herzliche Grüße, Pastor Michael Röschard