Der Eine, der wirklich Gott ist
HERR, wer ist dir gleich unter den Göttern? Wer ist dir gleich, der so herrlich und heilig ist, schrecklich, löblich und wundertätig?
2. Mose 15,11
Obwohl es solche gibt, die Götter genannt werden, es sei im Himmel oder auf Erden, wie es ja viele Götter und viele Herren gibt, so haben wir doch nur einen Gott, den Vater, von dem alle Dinge sind und wir zu ihm, und einen Herrn, Jesus Christus, durch den alle Dinge sind und wir durch ihn.
1. Korinther 8,5–6
Liebe Leserin, lieber Leser,
diese beiden Verse wirken zunächst schwierig, weil sie von „vielen Göttern“ sprechen. Bedeutet das, dass es tatsächlich mehrere Götter gibt? Nein. Die Bibel macht an vielen Stellen deutlich: Es gibt nur einen wahren Gott!
Paulus beschreibt hier die Wirklichkeit der Menschen damals – und eigentlich auch heute. Viele Menschen glauben an unterschiedliche Götter, religiöse Mächte oder geistliche Wege, von denen sie sich Hilfe, Schutz oder Erlösung erhoffen. Religion prägt oft das ganze Leben.
Doch hinter vielen Glaubenssystemen steht letztlich die Hoffnung, sich selbst retten oder durch eigene Leistung vor Gott bestehen zu können. Auch heute suchen Menschen Erfüllung in Spiritualität, in Ideologien oder in dem Gedanken, ihr Leben aus eigener Kraft vollkommen machen zu können. Gleichzeitig werden Macht, Geld, Erfolg oder Anerkennung zu „Göttern“, denen Menschen vertrauen und denen sie ihr Herz geben.
Die Bibel lenkt den Blick jedoch weg von menschlichen Vorstellungen und eigener Selbsterlösung hin zu dem einen wahren Gott, der uns nicht wegen unserer Leistung annimmt, sondern aus Gnade. Erlösung ist nicht etwas, das wir erarbeiten müssen – sie ist ein Geschenk Gottes durch Jesus Christus.
Im zweiten Buch Mose singt Israel voller Staunen nach der Rettung aus Ägypten: „HERR, wer ist dir gleich?“ Niemand kann tun, was Gott tut. Niemand ist so heilig, so mächtig und zugleich so rettend. Gott ist nicht nur stärker als alle menschlichen oder geistlichen Mächte – er ist einzigartig.
Paulus greift diesen Gedanken auf und führt ihn weiter zu Jesus Christus. Für Christen ist Gott nicht fern geblieben. Durch Jesus erkennen wir Gottes Wesen: Liebe, Wahrheit, Gnade und Rettung. Alles kommt von Gott, und durch Jesus bekommen wir Zugang zu ihm. Unser Leben hat also nicht nur einen Ursprung, sondern auch ein Ziel: zu Gott hin.
Die persönliche Frage lautet deshalb: Was bestimmt mein Herz wirklich? Worauf verlasse ich mich, wenn Angst kommt? Wovon erwarte ich Sicherheit oder Wert? Schnell können Dinge den Platz Gottes einnehmen. Doch nur der lebendige Gott trägt wirklich. Alles andere vergeht oder enttäuscht irgendwann.
Es ist befreiend zu wissen: Wir müssen nicht mehreren „Herren“ dienen. Wir dürfen ganz dem einen Gott gehören, der uns geschaffen hat und uns durch Jesus liebt und rettet.
Darum bete ich heute: Herr, du allein bist Gott. Vergib mir, wo andere Dinge wichtiger geworden sind als du. Hilf mir, dir zu vertrauen und mein Leben auf dich auszurichten. Danke, dass du dich uns in Jesus Christus gezeigt hast und dass wir durch ihn zu dir kommen dürfen. Stärke meinen Glauben und schenke mir ein Herz, das dich ehrt. Amen.
Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern, einen gesegneten Tag
Herzliche Grüße, Pastor Michael Röschard

