Freude, die von Gott kommt
Freuet euch mit Jerusalem und seid fröhlich über die Stadt, alle, die ihr sie lieb habt! Freuet euch mit ihr, alle, die ihr über sie traurig gewesen seid.
Jesaja 66,10
Als Jesus schon nahe am Abhang des Ölbergs war, fing die ganze Menge der Jünger an, mit Freuden Gott zu loben mit lauter Stimme über alle Taten, die sie gesehen hatten.
Lukas 19,37
Liebe Leserin, lieber Leser,
Freude ist mehr als ein schönes Gefühl. Die Freude, von der die Bibel spricht, hat ihren Ursprung in Gott selbst. In Jesaja ruft Gott sein Volk auf, sich mit Jerusalem zu freuen. Aus Trauer soll Jubel werden, weil Gott sein Volk nicht vergessen hat. Wo Menschen nur noch auf die Trümmer ihrer Hoffnung schauen, schenkt Gott einen neuen Anfang. Seine Zusagen bleiben bestehen, auch wenn die Umstände dagegenzusprechen scheinen.
Viele Jahrhunderte später erfüllt sich diese Hoffnung in Jesus Christus. Als er auf Jerusalem zureitet, brechen die Jünger in lauten Jubel aus. Sie haben erlebt, wie Jesus Kranke heilte, Verlorene suchte, Sünden vergab und Gottes Macht offenbar wurde. Ihr Lobpreis entspringt nicht einer günstigen Lebenslage, sondern dem, was sie mit Jesus erfahren haben. Sie können nicht schweigen, weil Gottes Handeln ihr Herz erfüllt.
Beide Bibelstellen zeigen: Wahre Freude entsteht dort, wo Gott handelt. Sie wächst aus dem Vertrauen, dass der Herr seine Verheißungen erfüllt und mitten in unserer Welt gegenwärtig ist. Diese Freude ist nicht oberflächlich. Sie kennt auch Zeiten der Trauer, der Enttäuschung und des Wartens. Doch sie lässt sich von Gottes Treue tragen und blickt hoffnungsvoll nach vorn.
Auch wir erleben Tage, an denen uns die Freude fehlt. Sorgen, Krankheit, Konflikte oder Enttäuschungen können unser Herz schwer machen. Dann dürfen wir unseren Blick neu auf Jesus richten. Wer sich daran erinnert, was Gott bereits getan hat, entdeckt oft neuen Mut. Dankbarkeit öffnet unsere Augen für seine Gegenwart. Aus dieser Gewissheit wächst eine Freude, die tiefer reicht als wechselnde Gefühle und auch in schwierigen Zeiten Bestand hat.
Nimm dir heute bewusst Zeit, über Gottes Wirken in deinem Leben nachzudenken. Erinnere dich an Gebetserhörungen, an seine Bewahrung und an seine Liebe. Lass dein Herz nicht von den Sorgen bestimmen, sondern von der Treue Gottes. Vielleicht kannst du Gott heute ganz bewusst mit einem Lied, einem Dankgebet oder einem ermutigenden Wort gegenüber einem Mitmenschen loben. Freude, die mit Gott beginnt, wird oft auch für andere zum Segen.
Darum bete ich heute: Herr Jesus Christus, ich danke dir, dass du der Grund meiner Freude bist. Auch wenn mein Herz manchmal schwer wird, erinnerst du mich daran, dass deine Treue niemals endet. Öffne meine Augen für dein Wirken in meinem Leben und schenke mir ein dankbares Herz. Hilf mir, dich nicht nur in guten Zeiten zu loben, sondern dir auch dann zu vertrauen, wenn ich durch Schwierigkeiten gehe. Lass deine Freude mein Denken, Reden und Handeln prägen, damit andere durch mein Leben etwas von deiner Liebe erkennen. Dir allein sei alle Ehre. Amen.
Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern, einen gesegneten Tag
Herzliche Grüße, Pastor Michael Röschard

