LichtBlick des Tages
Macht die heilt statt zerstört
Sehet, dass ich's allein bin, und ist kein Gott neben mir! Ich kann töten und lebendig machen, ich kann schlagen und kann heilen, und niemand kann aus meiner Hand reißen.
5. Mose 32,39
„Jesus betete: Vater, du hast dem Sohn Macht gegeben über alle Menschen, auf dass er ihnen alles gebe, was du ihm gegeben hast: das ewige Leben.
Johannes 17,1–2
Liebe Leserin, lieber Leser,
Macht fasziniert Menschen seit jeher. Wer Macht besitzt, kann entscheiden, lenken, beeinflussen. In unserer Welt wird Macht oft demonstriert: durch Stärke, durch laute Worte, durch Drohungen oder militärische Überlegenheit. Doch die Bibel zeigt uns eine andere Perspektive. Diese beiden Verse führen uns vor Augen, wer wirklich Macht hat. Im ersten spricht Gott selbst. Seine Worte sind gewaltig, fast erschütternd. Er allein ist Gott. Er hat Macht über Leben und Tod, über Gericht und Heilung. Seine Autorität ist nicht geliehen, nicht abhängig von Armeen, politischen Systemen oder menschlicher Zustimmung.
Während manche Herrscher der Welt mit martialischen Worten auftreten und Stärke demonstrieren, zeigt sich oft, dass ihre Macht ohne militärische Unterstützung oder äußeren Einfluss schnell zerfällt. Im Vergleich zu Gottes ewiger Souveränität wirken sie wie „arme Würstchen“, deren Einfluss zeitlich begrenzt ist.
Doch Gottes Macht ist nicht nur furchteinflößend – sie ist zugleich rettend. Im Gebet Jesu erkennen wir, wie sich diese rettende Macht konkret zeigt. Der Vater hat dem Sohn Autorität über alle Menschen gegeben, damit er ewiges Leben schenkt. Jesu Weg zur Macht führt nicht über Gewalt, sondern über das Kreuz. Dort zeigt sich, wie tief Gottes Liebe geht. Die größte Demonstration göttlicher Stärke ist nicht das Niederwerfen von Feinden, sondern das Retten von Verlorenen.
Jesus erhält Macht über alle Menschen, aber nicht, um zu unterdrücken oder zu zerstören. Seine Vollmacht dient dem Leben. Er schenkt ewiges Leben denen, die ihm vertrauen. Gottes Stärke zeigt sich hier in Liebe, Hingabe und Erlösung.
Für unseren Alltag bedeutet das: Wir dürfen lernen, Macht anders zu verstehen. Wahre Stärke liegt nicht darin, sich durchzusetzen oder andere zu kontrollieren. Wahre Stärke wächst aus Vertrauen auf Gott. Wenn wir uns ihm anvertrauen, müssen wir nicht ständig um unsere Stellung kämpfen. Wir dürfen aus seiner Gnade leben und diese Gnade weitergeben – in Vergebung, Geduld und Liebe.
Gerade in Zeiten der Unsicherheit kann uns diese Perspektive Ruhe schenken. Gottes Hand trägt uns – im Erfolg ebenso wie im Scheitern. Seine Macht ist nicht gegen uns, sondern für uns, wenn wir zu ihm gehören. Diese Wahrheit lädt uns ein, neu zu vertrauen. Statt uns von den lauten Stimmen dieser Welt bestimmen zu lassen, dürfen wir still werden vor Gott. Dort finden wir Halt, Orientierung und Hoffnung.
Darum bete ich heute: Herr, allmächtiger Gott, du bist größer als alle Mächte dieser Welt. Danke, dass deine Autorität nicht zerstört, sondern Leben schenkt. Hilf mir, dir mehr zu vertrauen als den sichtbaren Sicherheiten um mich herum. Stärke meinen Glauben an Jesus, der mir ewiges Leben gibt. Bewahre mein Herz vor Angst und erfülle mich mit deiner Hoffnung. Amen.
Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern, einen gesegneten Tag
Herzliche Grüße, Pastor Michael Röschard

