Vertrauen, das Heimat findet

 

Boas sprach zu Rut: Du bist gekommen zu dem HERRN, dass du unter seinen Flügeln Zuflucht hättest.

Rut 2,12

 

Wer zu Gott kommen will, der muss glauben, dass er ist und dass er denen, die ihn suchen, ihren Lohn gibt.

Hebräer 11,6


Liebe Leserin, lieber Leser,

die Geschichte von Rut ist eine Geschichte des Glaubens, der Hoffnung und der Zuflucht. Rut hatte vieles hinter sich gelassen: ihre Heimat, ihre vertraute Umgebung und die Sicherheiten ihres bisherigen Lebens. Als moabitische Frau ging sie mit ihrer Schwiegermutter Noomi nach Israel und setzte ihr Vertrauen auf den Gott Israels. Boas erkannte diese Entscheidung und sprach ihr die wunderbaren Worte zu, dass sie unter den Flügeln des HERRN Zuflucht gesucht habe.


Das Bild der schützenden Flügel Gottes begegnet uns immer wieder in der Bibel. Es erinnert an einen Ort der Geborgenheit, des Schutzes und der Nähe. Wie ein Vogel seine Jungen unter seinen Flügeln birgt, so lädt Gott Menschen ein, bei ihm Schutz zu suchen. Rut hatte diesen Schritt gewagt. Sie wusste nicht, wie ihre Zukunft aussehen würde, aber sie vertraute darauf, dass Gott sie führen und versorgen würde.


Der Hebräerbrief greift denselben Gedanken auf. Wer zu Gott kommt, muss glauben, dass er da ist und dass er die belohnt, die ihn suchen. Glaube bedeutet dabei nicht, alle Antworten zu haben. Vielmehr bedeutet er, sich Gott anzuvertrauen, auch wenn der Weg vor uns noch verborgen ist. Gott sieht das Herz eines Menschen, der ihn sucht. Er übersieht kein Gebet, keine Träne und keinen Schritt des Vertrauens.


Rut wurde reich beschenkt. Gott führte sie nicht nur in Sicherheit, sondern schenkte ihr eine neue Zukunft. Aus ihrem Leben entstand schließlich die Linie, aus der später Jesus Christus hervorging. Was mit einem mutigen Schritt des Glaubens begann, wurde Teil von Gottes großem Heilsplan.


Auch wir dürfen heute unter Gottes „Flügeln“ Zuflucht suchen. Vielleicht tragen wir Sorgen, Unsicherheiten oder Fragen mit uns. Der Herr lädt uns ein, zu ihm zu kommen. Wer ihn sucht, wird seine Gegenwart erfahren und entdecken – vielleicht ganz neu? – dass Gott treu ist.


Frage dich heute: Wo suche ich Sicherheit und Halt? Bringe bewusst das vor Gott, was dir Sorgen macht. Vertraue ihm neu deine Zukunft an und suche deine Zuflucht nicht zuerst in Menschen oder Umständen, sondern bei ihm. Er sieht dich, kennt deinen Weg und wird dich nicht verlassen.


Darum bete ich heute: Herr, ich danke dir, dass ich bei dir Zuflucht finden darf. Danke, dass deine Arme offen sind und deine Flügel Schutz und Geborgenheit schenken. Hilf mir, dir mehr zu vertrauen und meine Sicherheit nicht in den Dingen dieser Welt zu suchen. Stärke meinen Glauben, besonders dann, wenn ich den nächsten Schritt noch nicht sehen kann. Lehre mich, dich von ganzem Herzen zu suchen und auf deine Treue zu bauen. Danke, dass du mich siehst, führst und versorgst. Unter deinen Flügeln möchte ich geborgen leben. Amen.


Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern, einen gesegneten Tag

Herzliche Grüße, Pastor Michael Röschard