Gottes Wort schafft Wirklichkeit
Wenn der HERR spricht, so geschieht's; wenn er gebietet, so steht's da.
Psalm 33,9
Jesus sprach zu dem Tauben: Hefata! das heißt: Tu dich auf! Und sogleich taten sich seine Ohren auf, und die Fessel seiner Zunge wurde gelöst, und er redete richtig.
Markus 7,34–35
Liebe Leserin, lieber Leser,
die Bibel führt uns immer wieder in das Staunen über die Macht des Wortes Gottes. Während unsere Worte oft an Grenzen stoßen, besitzt Gottes Wort schöpferische Kraft. Psalm 33 erinnert uns daran: Wenn Gott spricht, geschieht etwas. Sein Wort bleibt nicht Theorie, sondern wird Wirklichkeit. Was er gebietet, das steht da.
Dabei begegnen wir einem Geheimnis, das unser Denken übersteigt: Gott schafft „ex nihilo“ – aus dem Nichts. Als er Himmel und Erde erschuf, brauchte er kein vorhandenes Material, keine Hilfe und keine Voraussetzungen. Er sprach, und Licht durchbrach die Finsternis. Er sprach, und Leben entstand. Nur Gott vermag aus dem Nichts etwas hervorzubringen. Menschen können gestalten, verändern oder ordnen, was bereits vorhanden ist. Gott aber ruft ins Dasein, was vorher nicht existierte.
Diese göttliche Schöpfermacht begegnet uns im Evangelium in Jesus Christus. Ein tauber Mann, gefangen in seiner Einschränkung, wird zu ihm gebracht. Menschlich gesehen gab es keine Lösung. Doch Jesus spricht ein einziges Wort: „Hefata!“ – „Tu dich auf!“ Und sofort geschieht das Unmögliche. Die Ohren öffnen sich, die Zunge wird gelöst, und der Mann kann richtig reden. Das Wort Jesu bewirkt, was es sagt.
Wie oft erleben wir Situationen, in denen wir nur Grenzen sehen. Vielleicht gibt es verschlossene Türen, festgefahrene Beziehungen, innere Verletzungen oder geistliche Trockenheit. Manchmal scheint es, als wäre nichts mehr vorhanden, worauf Hoffnung wachsen könnte. Doch gerade dann dürfen wir auf den Gott schauen, der aus dem Nichts schafft. Wo wir keine Möglichkeiten mehr sehen, sieht er den Raum für sein Wirken.
Auch heute spricht Christus sein „Hefata“ in unser Leben hinein. Er kann verschlossene Herzen öffnen, neuen Glauben schenken, Hoffnung wecken und Wege schaffen, die vorher nicht sichtbar waren. Sein Wort hat nichts von seiner Kraft verloren. Der Schöpfer des Universums ist derselbe Herr, der Menschen heilt, befreit und erneuert.
Darum dürfen wir ihm vertrauen. Nicht unseren Möglichkeiten, sondern seinem Wort. Denn wenn der Herr spricht, geschieht es. Und wenn er gebietet, dann steht es da.
Darum bete ich heute: Herr Jesus Christus, wir staunen über die Macht deines Wortes. Du bist der Schöpfer, der aus dem Nichts Leben hervorbringt, und der Heiland, der verschlossene Ohren und Herzen öffnet. Sprich auch heute dein „Hefata“ in unser Leben hinein. Wo wir keine Hoffnung mehr sehen, schenke du neuen Glauben. Wo wir gebunden sind, bringe Freiheit. Wo Leere ist, schaffe Neues durch dein machtvolles Wort. Öffne unsere Ohren für deine Stimme und unseren Mund zu deinem Lob. Dir vertrauen wir, heute und alle Tage. Amen.
Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern, einen gesegneten Tag
Herzliche Grüße, Pastor Michael Röschard

