Gottes Segen und unsere Verantwortung
Der HERR, dein Gott, wird dir Glück geben zu allen Werken deiner Hände.
5. Mose 30,9
Niemand gehe zu weit und übervorteile seinen Bruder im Handel. Denn der Herr straft dies alles.
1. Thessalonicher 4,6
Liebe Leserin, lieber Leser,
Gott verheißt seinem Volk Segen. In 5. Mose 30,9 spricht er davon, dass er Gelingen zu den Werken unserer Hände schenken will. Wie wohltuend ist diese Zusage! Gott sieht unsere Arbeit, unsere Mühe und unseren Einsatz. Er ist kein ferner Gott, sondern interessiert sich für unseren Alltag und möchte uns segnen.
Doch dieser Segen ist nicht von einem Leben nach Gottes Willen zu trennen. Darauf weist der zweite Bibelvers hin. Paulus ermahnt die Gläubigen, ihren Bruder nicht zu übervorteilen. Gott achtet nicht nur darauf, was wir erreichen, sondern auch darauf, wie wir handeln. Erfolg, der auf Kosten anderer erzielt wird, steht nicht unter Gottes Wohlgefallen.
Beide Verse gehören deshalb zusammen. Gott segnet die Werke unserer Hände, aber er erwartet zugleich, dass unsere Hände „sauber“ bleiben. Ehrlichkeit, Aufrichtigkeit und Fairness sollen unser Leben kennzeichnen. Wer Gott vertraut, muss sich nicht durch Tricks, Halbwahrheiten oder Ungerechtigkeit Vorteile verschaffen.
In einer Welt, in der oft der eigene Gewinn im Vordergrund steht, erinnert uns Gottes Wort daran, dass wir für unser Handeln verantwortlich sind. Der Herr sieht, wie wir mit Menschen umgehen – im Beruf, in der Gemeinde, in der Familie und bei allen täglichen Entscheidungen.
Für mich persönlich bedeutet das: Ich darf meine Arbeit und meine Aufgaben mit Zuversicht angehen und Gottes Segen erwarten. Gleichzeitig frage ich mich: Bin ich in allem ehrlich? Behandle ich andere fair? Nutze ich Menschen zu meinem Vorteil aus oder diene ich ihnen mit einem aufrichtigen Herzen? Gott möchte nicht nur mein Tun segnen, sondern auch meinen Charakter prägen.
Wer Gottes Segen sucht, sollte deshalb auch Gottes Wege gehen. Dann dürfen wir darauf vertrauen, dass er für uns sorgt und die Werke unserer Hände nach seinem guten Willen führt.
Darum bete ich heute: Herr, mein Gott, danke für deine Verheißung, dass du die Werke unserer Hände segnen willst. Bewahre mich davor, meinen Vorteil auf Kosten anderer zu suchen. Schenke mir Ehrlichkeit, Aufrichtigkeit und Liebe zu meinen Mitmenschen. Hilf mir, in meiner Arbeit und in allen Beziehungen so zu handeln, dass du geehrt wirst. Lass mein Leben von deinem Segen und deiner Wahrheit geprägt sein. Amen.
Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern, einen gesegneten Tag
Herzliche Grüße, Pastor Michael Röschard

