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LichtBlick des Tages


Manchmal braucht man einen der mit einem geht...


„Herr, habe ich Gnade gefunden vor deinen Augen, so geh nicht an deinem Knecht vorüber.“

1. Mose 18,3


„Und als Jesus an die Stelle kam, sah er auf und sprach zu ihm: Zachäus, steig eilend herunter; denn ich muss heute in deinem Haus einkehren.“

Lukas 19,5

 

Liebe Leserin, lieber Leser,

diese beiden Bibelstellen zeigen eine tiefe Sehnsucht des Menschen nach Gottes Nähe – und zugleich Gottes überraschende Bereitschaft, uns zu begegnen.


In 1. Mose 18 begegnet Abraham dem Herrn. Als er ihn kommen sieht, bittet er demütig: „Herr, geh nicht an deinem Knecht vorüber.“ Abraham erkennt: Wenn Gott vorbeigeht, ist das ein kostbarer Moment. Gottes Gegenwart ist kein selbstverständliches Ereignis, sondern ein Geschenk der Gnade. Darum hält Abraham ihn auf, lädt ihn ein und bereitet ihm einen Platz.


Im Neuen Testament sehen wir eine ähnliche Szene – aber mit einer erstaunlichen Wendung. Zachäus sucht Jesus, klettert auf einen Baum, weil er ihn unbedingt sehen möchte. Doch dann geschieht das Unerwartete: Nicht Zachäus lädt Jesus ein, sondern Jesus lädt sich selbst bei ihm ein. „Ich muss heute in deinem Haus einkehren.“

 

Hier offenbart sich Gottes Herz. Während Abraham bittet: „Geh nicht an mir vorüber“, sagt Jesus selbst: „Ich will bei dir einkehren.“ Gott ist nicht nur der, den wir suchen – er ist auch der, der uns sucht.


Persönlich bedeutet das: Auch unser Herz kann zu einem „Haus“ werden, in dem Jesus einkehren möchte. Manchmal stehen wir wie Zachäus auf unseren „Bäumen“ – beschäftigt, neugierig, vielleicht auch innerlich distanziert. Doch Jesus kennt unseren Namen und bleibt genau dort stehen, wo wir sind.

Die Frage ist: Lassen wir ihn hinein? Und steigen wir dann wenn Gott uns einlädt von unserem „persönlichen Baum“ – von dem aus wir alles »aus der Ferne« beobachten konnten – herunter?!


Vielleicht geht Gott heute an unserem Leben vorbei – in einem Bibelwort, in einem stillen Moment, in einem inneren Anstoß. Dann dürfen wir wie Abraham beten: „Herr, geh nicht an mir vorüber.“ Und zugleich dürfen wir hören, wie Jesus sagt: „Ich möchte heute bei dir einkehren.“

Wenn Jesus unser Leben betritt, bringt er Veränderung, Heil und neue Freude.

Darum bete ich heute: Herr Jesus Christus, danke, dass du uns siehst und unseren Namen kennst. Danke, dass du nicht nur wartest, bis wir dich suchen, sondern selbst zu uns kommst. Schenke uns ein offenes Herz wie Abraham und eine suchende Sehnsucht wie Zachäus. Bewahre uns davor, achtlos an deiner Gegenwart vorbeizuleben.

Komm du heute in unser Leben, in unser Denken, in unser Herz und in unser Haus. Erfülle uns mit deiner Nähe und verändere uns durch deine Liebe. Herr, geh nicht an uns vorüber – sondern kehre bei uns ein und bleibe bei uns.

Amen.



Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern, einen gesegneten Tag

Herzliche Grüße, Pastor Michael Röschard