Reden, was Gott sagt – lieben, wie Jesus liebt
Muss ich nicht das halten und reden, was mir der HERR in den Mund gibt?
4. Mose 23,12
Ein neues Gebot gebe ich euch, dass ihr euch untereinander liebt, wie ich euch geliebt habe, damit auch ihr einander lieb habt.
Johannes 13,34
Liebe Leserin, lieber Leser,
manchmal wünsche ich mir, die richtigen Worte zu finden. Worte, die Mut machen, trösten oder Orientierung geben. Doch ebenso oft merke ich, wie schnell ich aus meinen eigenen Gedanken heraus rede – beeinflusst von Gefühlen, Meinungen oder dem Wunsch, anderen zu gefallen. Da spricht der Vers aus 4. Mose tief in mein Herz. Bileam sagt: „Muss ich nicht das halten und reden, was mir der HERR in den Mund gibt?“ Er wusste, dass seine Verantwortung nicht darin bestand, Menschen zufriedenzustellen, sondern Gott gehorsam zu sein.
Auch ich wünsche mir ein Herz, das zuerst auf Gott hört, bevor der Mund spricht. Wie viele Missverständnisse, Verletzungen oder vorschnelle Urteile könnten vermieden werden, wenn wir den Herrn mehr um seine Weisheit bitten. Worte haben Macht. Sie können niederreißen oder aufbauen, entmutigen oder Hoffnung schenken. Deshalb möchte ich lernen, meine Worte von Gott prägen zu lassen.
Jesus ergänzt diesen Gedanken mit einem Auftrag, der unser ganzes Leben umfasst: „Liebt einander, wie ich euch geliebt habe.“ Das ist weit mehr als ein freundlicher Rat. Es ist eine Einladung, seine Liebe durch uns sichtbar werden zu lassen. Jesus hat uns angenommen, obwohl wir Fehler haben. Er vergibt, trägt, ermutigt und gibt niemals auf. Genau diese Liebe soll auch mein Umgang mit anderen widerspiegeln.
Mir fällt das nicht immer leicht. Es gibt Menschen, die mich herausfordern, und Situationen, in denen ich lieber mein Recht behalten möchte. Doch dann erinnert mich Jesus daran, wie geduldig er mit mir ist. Seine Liebe zu mir wird zur Quelle, aus der ich andere lieben kann. Ich muss diese Liebe nicht aus eigener Kraft hervorbringen – ich darf sie jeden Tag neu von ihm empfangen.
Vielleicht ist das heute genau die Herausforderung: Erst auf Gott hören, dann reden. Erst seine Liebe empfangen, dann weitergeben. Wenn Worte und Liebe aus der Gemeinschaft mit Jesus wachsen, können sie das Leben anderer verändern und Gott die Ehre geben.
Ich bete heute: Herr Jesus, danke, dass Du mich jeden Tag mit Deiner Liebe beschenkst. Vergib mir, wo meine Worte unbedacht oder verletzend waren und wo ich mehr auf mich selbst als auf Dich gehört habe. Lehre mich, zuerst auf Deine Stimme zu achten und dann das zu sagen, was anderen guttut und Dich ehrt. Erfülle mein Herz mit Deiner Liebe, damit ich Menschen mit Deinen Augen sehe und ihnen mit Geduld, Barmherzigkeit und Freundlichkeit begegne. Lass mein Reden und mein Handeln ein Spiegel Deiner Liebe sein. Amen.
Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern, einen gesegneten Tag
Herzliche Grüße, Pastor Michael Röschard

