LichtBlick des Tages
Gefunden, getragen, bewahrt
Ich will das Verlorene wieder suchen und das Verirrte zurückbringen und das Verwundete verbinden und das Schwache stärken.
Hesekiel 34,16
Ihr irrtet umher wie Schafe, doch jetzt seid ihr zurückgekehrt zum Hirten, zum Beschützer eurer Seelen.
1. Petrus 2,25
Liebe Leserin, lieber Leser,
vielleicht erkennst du dich in einem dieser Bilder wieder. Verirrt – weil Entscheidungen dich von deinem Weg abgebracht haben. Verwundet – durch Worte, Erfahrungen oder Enttäuschungen. Schwach – weil die Kraft fehlt, weiterzugehen. Die gute Nachricht dieser Verse ist: Gott wartet nicht, bis du den Weg allein zurückfindest. Er sucht dich. Er bringt dich zurück. Er verbindet deine Wunden und stärkt dich neu.
Das bedeutet: Unsere Beziehung zu Gott gründet sich nicht auf unsere Fähigkeit, den richtigen Weg zu halten, sondern auf seine Fähigkeit, uns immer wieder zu finden. Wir sind wie Schafe – nicht gerade bekannt für Orientierung oder Stärke. Doch genau darin liegt die Hoffnung: Wir gehören einem Hirten, der uns kennt und nicht aufgibt. Gott ist kein ferner Beobachter, sondern ein suchender Hirte. Er sieht nicht nur die Starken und Erfolgreichen – sein Blick gilt besonders denen, die sich verirrt haben, verletzt sind oder sich schwach fühlen. Das Verlorene ist ihm nicht gleichgültig. Im Gegenteil: Er macht sich auf den Weg.
Im Neuen Testament wird dieses Bild noch persönlicher. Im 1. Petrusbrief, erinnert uns der Apostel Petrus daran, dass wir bereits zurückgekehrt sind. Das ist keine unsichere Hoffnung, sondern eine feste Zusage. Wer sich Christus anvertraut, ist nicht mehr verloren. Der Hirte ist nicht nur auf der Suche – er hat uns gefunden und hält uns fest. Und mehr noch: Er ist der „Beschützer unserer Seelen“.
Das spricht von dauerhafter Fürsorge. Nicht nur ein kurzer Moment der Rettung, sondern ein Leben unter seinem Schutz. Jesus wird als der Hirte beschrieben, zu dem wir zurückkehren dürfen. Er ist nicht nur ein Wegweiser, sondern der Beschützer unserer Seele. Das bedeutet: Bei ihm finden wir nicht nur Orientierung, sondern auch Sicherheit, Heilung und neue Identität.
Vielleicht kämpfst du weniger mit dem Gefühl, verloren zu sein, sondern eher mit der Angst, wieder zu versagen oder den Halt zu verlieren. Diese Verse laden dich ein, dein Vertrauen neu auf Gottes Treue zu gründen – nicht auf deine eigene Beständigkeit. Erinnere dich bewusst daran: Du bist nicht nur gesucht, sondern auch gefunden. Nicht nur zurückgebracht, sondern auch bewahrt. Wenn Zweifel kommen, halte dich nicht an deine Gefühle, sondern an diese Zusage. Sprich sie dir selbst zu: „Ich gehöre dem Hirten. Er sorgt für mich.“
Nimm dir heute einen Moment Zeit und frage dich ehrlich: Wo fühle ich mich gerade verloren, verwundet oder schwach? Benenne es vor Gott – ohne Beschönigung. Du musst nichts leisten, um zu ihm zurückzukommen. Öffne dich bewusst für seine Nähe. Vielleicht geschieht das durch ein stilles Gebet, durch ein Wort der Bibel oder durch das Vertrauen, dass er dich gerade jetzt sucht und findet.
Erlaube dir auch, seine Fürsorge anzunehmen. Oft halten wir an unserer Verletzung fest oder versuchen, unsere Schwäche zu verbergen. Doch der gute Hirte möchte genau dort ansetzen. Das kann deinen Alltag verändern – weg von ständiger Unsicherheit hin zu ruhigem Vertrauen.
Darum bete ich heute: Treuer Gott, danke, dass deine Liebe nicht von meiner Stärke abhängt. Danke, dass du mich nicht nur suchst, sondern auch festhältst. Hilf mir, dir mehr zu vertrauen als meinen eigenen Ängsten. Wenn ich unsicher werde, erinnere mich daran, dass ich dir gehöre. Bewahre meine Seele und führe mich Schritt für Schritt auf deinem Weg.
Amen.
Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern, einen gesegneten Tag!
Herzliche Grüße, Pastor Michael Röschard

