Gott handelt größer, als wir denken
Gott tut große Dinge, die wir nicht begreifen.
Hiob 37,5
Er lässt seine Sonne aufgehen über Böse und Gute und lässt regnen über Gerechte und Ungerechte.
Matthäus 5,45
Liebe Leserin, lieber Leser,
wie oft versuchen wir, Gottes Handeln zu verstehen. Wir fragen nach dem „Warum“, wenn Wege dunkel werden, Gebete scheinbar unbeantwortet bleiben oder Menschen leiden müssen.
Hiob erinnert uns daran, dass Gottes Größe unseren Verstand übersteigt. Er wirkt weit über das hinaus, was wir sehen und begreifen können. Das ist manchmal schwer auszuhalten — und doch liegt darin auch Trost. Denn wenn Gott größer ist als unser Verstehen, dann ist auch seine Hilfe größer als unsere Sorgen.
Jesus ergänzt diesen Gedanken im Matthäusevangelium mit einem erstaunlichen Bild: Gottes Sonne scheint über allen Menschen. Sein Regen fällt auf Gerechte und Ungerechte. Gottes Güte ist nicht kleinlich oder begrenzt. Er schenkt Leben, Wärme, Hoffnung und Versorgung selbst denen, die ihn ablehnen. Darin zeigt sich sein liebendes Wesen.
Für uns bedeutet das: Auch wir dürfen lernen, großzügig zu lieben, nicht nur dort, wo wir Gegenliebe erwarten. Gottes Kinder sollen etwas von seinem Herzen widerspiegeln. Das fordert uns heraus. Vielleicht gibt es Menschen, denen wir lieber aus dem Weg gehen. Vielleicht tragen wir Verletzungen oder Bitterkeit mit uns herum. Doch Gottes Liebe fragt nicht zuerst nach Verdienst, sondern schenkt sich aus Gnade.
Und noch etwas dürfen wir persönlich mitnehmen: Wenn Gottes Sonne auch über die Schwierigen scheint, dann gilt seine Fürsorge ebenso uns. Auch an Tagen, an denen wir zweifeln, schwach sind oder Gottes Wege nicht verstehen, hält er seine Hand über unserem Leben. Seine Güte hört nicht auf.
Darum bete ich heute: Herr, du großer und wunderbarer Gott, oft verstehe ich deine Wege nicht. Manchmal bin ich ungeduldig und möchte Antworten haben. Doch du siehst weiter, als ich sehen kann. Danke, dass deine Güte jeden Morgen neu ist und dass deine Liebe allen Menschen gilt. Hilf mir, anderen mit derselben Gnade zu begegnen, die du mir schenkst. Lass mich dir auch dann vertrauen, wenn ich deine Wege nicht begreife. Segne mein Herz mit Frieden und erfülle mich neu mit deiner Liebe.
Amen.
Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern, einen gesegneten Tag
Herzliche Grüße, Pastor Michael Röschard

