Der Vater wartet mit offenen Armen

 

Der HERR, der gütig ist, wolle gnädig sein allen, die ihr Herz darauf richten, Gott zu suchen.

2. Chronik 30,18-19

 

Der Sohn machte sich auf und kam zu seinem Vater. Als er aber noch weit entfernt war, sah ihn sein Vater und es jammerte ihn, und er lief und fiel ihm um den Hals und küsste ihn.

Lukas 15,20

 

Liebe Leserin, lieber Leser,

wie tröstlich ist die Botschaft dieser beiden Bibelverse! Beide sprechen von einem Gott, der nicht zuerst auf unsere Vollkommenheit schaut, sondern auf die Ausrichtung unseres Herzens. In 2. Chronik betet König Hiskia für Menschen, die Gott suchen wollten, obwohl sie nicht alle religiösen Vorschriften vollkommen eingehalten hatten. Er vertraute darauf, dass Gottes Güte größer ist als menschliches Versagen. Gott sieht das ehrliche Verlangen eines Menschen, ihn zu suchen.


Dieses Wesen Gottes wird im Gleichnis vom verlorenen Sohn besonders sichtbar. Der Sohn hatte vieles falsch gemacht. Er hatte das Erbe verschwendet, seinen Vater enttäuscht und war tief gefallen. Doch als er sich auf den Weg nach Hause machte, geschah etwas Überraschendes: Der Vater wartete bereits auf ihn. Noch bevor der Sohn seine Entschuldigung vollständig aussprechen konnte, lief ihm der Vater entgegen, umarmte ihn und küsste ihn.


So ist Gottes Herz. Er wartet nicht mit verschränkten Armen auf unsere Rechtfertigungen. Er wartet mit offenen Armen auf unsere Rückkehr. Wo wir vielleicht nur Schuld, Scham oder Versagen sehen, sieht Gott einen Menschen, der den Weg zu ihm sucht. Seine Gnade beginnt nicht erst, wenn wir alles richtig gemacht haben. Sie begegnet uns schon auf dem Weg zurück.


Für unseren Alltag bedeutet das: Niemand ist zu weit von Gott entfernt. Vielleicht gibt es Bereiche in unserem Leben, in denen wir uns schuldig fühlen oder meinen, Gott enttäuscht zu haben. Vielleicht haben wir den Eindruck, dass wir erst besser werden müssen, bevor wir zu ihm kommen können. Doch die Bibel zeigt uns das Gegenteil. Der erste Schritt zählt: das Herz auf Gott auszurichten und sich auf den Weg zu ihm zu machen.


Wer Gott ehrlich sucht, wird entdecken, dass Gott ihn längst gesucht hat. Wer einen Schritt auf Gott zugeht, wird erfahren, dass Gottes Liebe ihm bereits entgegenkommt.



Ich bete heute: Herr, mein Gott, danke für Deine unermessliche Güte und Gnade. Danke, dass Du nicht auf meine Fehler und mein Versagen schaust, sondern auf mein Herz. Hilf mir, immer wieder den Weg zu Dir zu suchen und niemals an Deiner Barmherzigkeit zu zweifeln. Danke, dass Du wie der Vater im Gleichnis mit offenen Armen auf mich wartest. Lass mich Deine vergebende Liebe neu erfahren und schenke mir die Gewissheit, dass ich bei Dir willkommen bin. Führe mich heute auf Deinen Wegen und lass mein Leben von Deiner Gnade geprägt sein. Amen.


Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern, einen gesegneten Tag

Herzliche Grüße, Pastor Michael Röschard