Wenn Gott Neues wachsen lässt
Siehe, was ich früher verkündigt habe, ist gekommen. So verkündige ich auch Neues; ehe denn es sprosst, lasse ich's euch hören.
Jesaja 42,9
Der Menschensohn ist's, der den guten Samen sät. Der Acker ist die Welt.
Matthäus 13,37–38
Liebe Leserin, lieber Leser,
Gott ist ein Gott, der Neues schafft. Er erinnert uns in Jesaja daran, dass das, was er früher angekündigt hat, eingetroffen ist. Und gleichzeitig sagt er: „So verkündige ich auch Neues.“ Gott bleibt nicht bei dem stehen, was gestern war. Er ist auch heute am Werk und bereitet Dinge vor, die wir noch nicht sehen können.
Das ist ein wunderbarer Gedanke: Noch bevor etwas sichtbar wird, kann Gott bereits daran wirken. Ein Samenkorn sieht zunächst unscheinbar aus. In der Erde verborgen, scheint es vielleicht, als würde überhaupt nichts geschehen. Doch in seinem Inneren beginnt neues Leben.
Jesus erklärt uns, dass er selbst derjenige ist, der den guten Samen sät. Der Acker ist die Welt. Das bedeutet: Diese Welt ist nicht sich selbst überlassen. Jesus ist mitten in ihr am Werk. Er sät sein Wort, seine Liebe, seine Wahrheit und seine Hoffnung – auch dort, wo wir vielleicht nur Trockenheit oder Schwierigkeiten erkennen.
Vielleicht gibt es auch in deinem Leben einen Bereich, in dem du gerade nichts wachsen siehst. Du betest schon lange, hoffst auf Veränderung oder wartest auf eine neue Möglichkeit. Dann denke an das Samenkorn. Nicht alles, was Gott tut, ist sofort sichtbar. Manches braucht Zeit, bevor es ans Licht kommt.
Ich möchte heute darauf vertrauen, dass Gott auch in meinem Leben Neues entstehen lassen kann. Ich will nicht nur auf das schauen, was bereits sichtbar ist. Vielleicht arbeitet Gott schon längst an etwas, dessen erste Spuren ich noch nicht erkennen kann. Deshalb möchte ich ihm meine Wünsche, Sorgen und ungeklärten Situationen anvertrauen und geduldig bleiben. Gleichzeitig möchte ich selbst ein guter Boden sein: offen für Gottes Wort, bereit zum Gehorsam und aufmerksam für das, was er in meinem Leben wachsen lassen möchte.
Darum bete ich heute: Herr Jesus, danke, dass du derjenige bist, der guten Samen sät. Danke, dass du auch heute in dieser Welt und in meinem Leben wirkst. Hilf mir, darauf zu vertrauen, dass du Neues wachsen lassen kannst, auch wenn ich noch nichts davon sehe. Schenke mir Geduld und ein offenes, empfängliches Herz. Lass dein Wort in mir Wurzeln schlagen und Frucht bringen. Zeige mir, wo du mich gebrauchen möchtest, um selbst ein Sämann deiner Liebe und Hoffnung zu sein. Amen.
Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern, einen gesegneten Tag
Herzliche Grüße, Pastor Michael Röschard

