LichtBlick des Tages
Gott sorgt – mehr als genug
Der HERR sprach zu seinem Volk: Siehe, ich will euch Getreide, Wein und Öl die Fülle schicken, dass ihr genug daran haben sollt.
Joel 2,19
Liebe Leserin, lieber Leser,
dieser Vers aus dem Buch Joel ist eine kraftvolle Zusage mitten in einer Zeit der Not. Das Volk Israel hatte zuvor schwere Jahre erlebt: Missernten, Hunger und Unsicherheit. Die äußere Dürre spiegelte eine innere wider – die Entfernung von Gott. Doch genau hier setzt Gottes Wort an. Er bleibt nicht beim Gericht stehen, sondern wendet sich seinem Volk in Barmherzigkeit zu. „Siehe“, sagt Gott – schaut her, hört genau zu: Ich handle. Ich versorge. Ich stelle wieder her.
Getreide, Wein und Öl stehen nicht nur für Nahrung, sondern für Leben, Freude und Segen. Gott verspricht nicht ein gerade-so-Überleben, sondern Fülle. Genug, um satt zu werden. Genug, um zu danken. Genug, um Hoffnung zu schöpfen. Dieser Vers zeigt uns das Herz Gottes: Er ist ein Gott, der geben will. Ein Gott, der Mangel sieht und darauf reagiert. Ein Gott, der sein Volk nicht vergisst.
Gleichzeitig erinnert uns Joel daran, dass diese Verheißung in einen Zusammenhang eingebettet ist: Umkehr, Hinwendung zu Gott, neues Vertrauen. Gottes Versorgung ist Gnade, kein Automatismus. Sie ist Antwort auf ein Herz, das sich ihm wieder öffnet.
Auch wir kennen Zeiten des Mangels – materiell, emotional, geistlich. Vielleicht fehlt dir Kraft, Freude oder Perspektive. Dieser Vers lädt dich ein, neu auf Gottes Zusage zu hören: „Ich will euch die Fülle schicken.“ Wo du Leere spürst, möchte Gott füllen. Wo du Sorge hast, möchte er Vertrauen schenken.
Die Frage an uns ist: Wo dürfen wir Gott wieder zutrauen, dass er genug ist? Und wo sind wir eingeladen, unser Herz neu auf ihn auszurichten? Gottes Versorgung beginnt oft dort, wo wir aufhören, alles selbst kontrollieren zu wollen, und ihm Raum geben zu handeln.
Darum bete ich heute: Herr, du siehst meine Bedürfnisse – die sichtbaren und die verborgenen. Danke, dass du ein Gott der Fülle bist und nicht des Mangels. Ich bringe dir meine Sorgen, meine Leere und meine Zweifel. Richte mein Herz neu auf dich aus und lehre mich, dir zu vertrauen. Schenke mir, was ich brauche, und ein dankbares Herz für das, was du mir gibst. Amen.
Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern, einen gesegneten Tag!
Herzliche Grüße, Pastor Michael Röschard

