Geborgen in der Ehrfurcht Gottes
Wer den HERRN fürchtet, hat eine sichere Festung, und auch seine Kinder werden Zuflucht haben.
Sprüche 14,26
Wir wissen, dass jeder, der aus Gott geboren ist, nicht in der Sünde lebt; sondern wer aus Gott geboren ist, den bewahrt er, und der Böse tastet ihn nicht an.
1. Johannes 5,18
Liebe Leserin, lieber Leser,
auf den ersten Blick wirken diese beiden Verse fast widersprüchlich. Wie kann jemand, der den Herrn „fürchtet“, gerade darin eine sichere Festung finden? Und wie kann es heißen, dass der Böse den Gläubigen nicht antastet, obwohl Christen doch Versuchungen erleben und leider auch immer wieder sündigen?
Die Antwort liegt im Verständnis der Worte. Die Furcht des Herrn ist nicht die Angst vor einem unberechenbaren Richter. Sie ist eine tiefe Ehrfurcht, verbunden mit Liebe, Vertrauen und dem Wissen, dass Gott heilig ist. Wer den Herrn so fürchtet, läuft nicht vor ihm weg, sondern zu ihm hin. Gott selbst wird zur sicheren Festung, in der wir Schutz finden.
Auch die Aussage des Johannes bedeutet nicht, dass Christen nie mehr kämpfen oder versagen. Das ganze Neue Testament zeigt, dass Nachfolger Jesu versucht werden und ihre Schuld bekennen müssen. Gemeint ist vielmehr: Wer zu Christus gehört, steht unter seiner bewahrenden Hand. Der Böse kann ihn bedrängen, anfechten und verführen, aber er kann ihn nicht aus der Hand des Herrn reißen und ihm die Gemeinschaft mit Gott entreißen.
Diese Wahrheit schenkt Trost. Unsere Sicherheit gründet sich nicht auf unsere eigene Stärke oder Fehlerlosigkeit, sondern auf Gottes Treue. Wenn wir fallen, dürfen wir aufstehen, unsere Schuld bekennen und neu seine Gnade in Anspruch nehmen. Er verwirft seine Kinder nicht, sondern führt sie zurück und lässt sie wachsen.
Vielleicht stehst du gerade in einem geistlichen Kampf oder bist entmutigt über dein eigenes Versagen. Dann erinnere dich daran: Die Ehrfurcht vor Gott führt nicht in die Knechtschaft der Angst, sondern in die Geborgenheit seiner Nähe. Und der Herr, der dich erlöst hat, ist mächtiger als jeder Angriff des Bösen. In ihm findest du Zuflucht – heute und jeden neuen Tag.
Darum bete ich heute: Herr, lehre mich, dich in ehrfürchtiger Liebe zu fürchten und dir von ganzem Herzen zu vertrauen. Danke, dass du meine sichere Festung bist und mich in deiner Hand hältst. Wenn ich versucht werde oder falle, richte mich wieder auf und stärke meinen Glauben. Bewahre mich vor dem Bösen und lass mein Leben immer mehr von deiner Wahrheit und deiner Gnade geprägt sein. Amen.
Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern, einen gesegneten Tag
Herzliche Grüße, Pastor Michael Röschard

