„Fürchte dich nicht – Gott ist mit dir“

 

Jakob zog seinen Weg. Und es begegneten ihm die Engel Gottes.

1. Mose 32,2


Paulus sprach: Diese Nacht trat zu mir der Engel des Gottes, dem ich gehöre und dem ich diene, und sprach: Fürchte dich nicht, Paulus, du musst vor den Kaiser gestellt werden; und siehe, Gott hat dir geschenkt alle, die mit dir fahren.

Apostelgeschichte 27,23–24


Liebe Leserin, lieber Leser,

Jakob und Paulus lebten in völlig unterschiedlichen Zeiten und Situationen. Jakob war auf dem Weg zurück in seine Heimat und voller Sorge vor der Begegnung mit seinem Bruder Esau. Paulus befand sich auf einem sturmgepeitschten Schiff und war als Gefangener unterwegs nach Rom. Doch beide erlebten dasselbe: Gott ließ sie nicht allein. Er sandte seine Engel, um ihnen seine Nähe, seinen Schutz und seine Führung zu zeigen.


Die Engel standen nicht im Mittelpunkt der Botschaft. Sie waren Boten Gottes. Ihr Auftrag war es, auf den Herrn hinzuweisen und den Glauben seiner Kinder zu stärken. Jakob sollte erkennen, dass Gott ihn auf seinem schwierigen Weg begleitet. Paulus sollte wissen, dass Gottes Plan trotz Sturm, Gefahr und menschlicher Hilflosigkeit bestehen bleibt.


Auch wir gehen unsere Wege oft mit vielen Fragen. Manchmal stehen wir vor Herausforderungen, die uns Angst machen. Manchmal fühlen wir uns wie Paulus im Sturm oder wie Jakob vor einer ungewissen Zukunft. Dann dürfen wir daran denken: Gott sieht unseren Weg. Er kennt unsere Sorgen, bevor wir sie aussprechen. Seine Hilfe kommt nicht immer auf die Weise, die wir erwarten, aber sie kommt zur rechten Zeit.


Vielleicht begegnen uns keine Engel in sichtbarer Gestalt. Doch Gott sendet Ermutigung durch sein Wort, durch Menschen, durch unerwartete Bewahrung oder durch einen Frieden im Herzen, der menschlich nicht zu erklären ist. Der Herr ist derselbe geblieben. Wer ihm gehört und ihm dient, darf wissen: Kein Weg ist gottverlassen, kein Sturm ist außer seiner Kontrolle.


Die Worte an Paulus gelten auch uns als Einladung zum Vertrauen: „Fürchte dich nicht.“ Gottes Zusagen tragen weiter als unsere Ängste. Seine Gegenwart ist größer als jede Bedrohung. Darum dürfen wir unseren Weg heute mit Zuversicht gehen und darauf vertrauen, dass der Herr uns begleitet.


Darum bete ich heute: Herr, unser Gott, danke, dass Du uns auf allen Wegen begleitest. Danke, dass wir niemals allein sind, auch wenn wir uns manchmal verlassen oder überfordert fühlen. Stärke unseren Glauben, wenn Sorgen und Ängste uns bedrängen. Hilf uns, Deine Gegenwart in unserem Alltag zu erkennen und auf Deine Führung zu vertrauen. Schenke uns Mut für die Herausforderungen dieses Tages und bewahre uns in Deiner Liebe. Lass uns festhalten an Deinem Wort und daran glauben, dass Du alles in Deiner Hand hältst. Dir sei Ehre und Dank in Ewigkeit. Amen.


Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern, einen gesegneten Tag

Herzliche Grüße, Pastor Michael Röschard