Den Herrn erkennen – mitten im Sturm
Seid stille und erkennet, dass ich Gott bin!
Psalm 46,11
Die aber im Boot waren, fielen vor Jesus nieder und sprachen: Du bist wahrhaftig Gottes Sohn!
Matthäus 14,33
Liebe Leserin, lieber Leser,
in unserem Alltag ist es oft alles andere als still. Gedanken kreisen, Termine drängen, Sorgen nehmen Raum ein und die Stimmen dieser Welt wollen unsere Aufmerksamkeit. Gerade deshalb spricht Gott mit einer erstaunlichen Einladung zu uns: „Seid stille und erkennet, dass ich Gott bin!“ Es ist keine Aufforderung zur Untätigkeit, sondern eine Einladung zum Vertrauen. Wer still wird vor Gott, richtet seinen Blick weg von den eigenen Möglichkeiten hin zu seiner Größe und Treue.
Der zweite Bibelvers führt uns mitten hinein in einen Sturm. Die Jünger erleben auf dem See große Angst. Dann kommt Jesus über das Wasser zu ihnen. Nachdem er den Wind gestillt hat, erkennen die Jünger mehr als zuvor, wer er wirklich ist. Sie fallen vor ihm nieder und bekennen: „Du bist wahrhaftig Gottes Sohn!“
Diese beiden Verse gehören eng zusammen. Die Stille aus Psalm 46 ist keine äußere Ruhe, sondern eine innere Haltung des Glaubens. Auch mitten im Sturm kann ein Herz still werden, wenn es auf Jesus schaut. Die Jünger fanden diese Ruhe nicht, weil der Sturm sofort verschwand, sondern weil Jesus gegenwärtig war. Seine Nähe veränderte ihre Sicht. Aus Angst wurde Anbetung, aus Unsicherheit wurde Gewissheit.
Auch wir erleben Zeiten, in denen die Wellen hochschlagen. Krankheiten, Konflikte, Zukunftsängste oder Enttäuschungen können unser Herz erschüttern. Dann neigen wir dazu, auf die Wellen zu schauen, statt auf den Herrn. Doch Jesus fordert uns auf, ihm zu vertrauen. Er ist derselbe Sohn Gottes, der Macht über Wind und Wellen hat und auch heute unser Leben in seiner Hand hält.
Vielleicht brauchst du heute nicht zuerst eine schnelle Lösung für dein Problem, sondern einen stillen Moment mit Gott. Lege ihm deine Sorgen hin, höre auf sein Wort und erinnere dich daran, wer er ist. Je mehr wir Jesus erkennen, desto kleiner werden unsere Ängste und desto größer wird unser Vertrauen. Aus der Begegnung mit ihm wächst echte Anbetung und neuer Mut für den nächsten Schritt.
Darum bete ich heute: Herr Jesus Christus, danke, dass Du der Sohn Gottes bist und alle Macht im Himmel und auf Erden hast. Vergib mir, wenn ich mich oft mehr von meinen Sorgen als von Deiner Gegenwart bestimmen lasse. Hilf mir, vor Dir still zu werden und Dir neu zu vertrauen. Stärke meinen Glauben, wenn Stürme mein Leben erschüttern, und schenke mir die Gewissheit, dass Du immer bei mir bist. Lass mein Herz Dich tiefer erkennen, damit mein Leben von Vertrauen, Frieden und Anbetung geprägt wird. Dir allein sei alle Ehre. Amen.
Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern, einen gesegneten Tag
Herzliche Grüße, Pastor Michael Röschard

