LichtBlick des Tages
Vergebung, die Herzen heilt
„Nun vergib doch diese Missetat uns, den Dienern des Gottes deines Vaters!“
1. Mose 50,17
„Seid untereinander freundlich und herzlich und vergebt einer dem andern, wie auch Gott euch vergeben hat in Christus.“
Epheser 4,32
Liebe Leserin, lieber Leser,
am Ende des ersten Buches Mose stehen die Brüder Josefs zitternd vor ihm. Sie wissen um ihre Schuld. Neid hatte sie getrieben, Hass hatte sie handeln lassen. Jahre sind vergangen, doch die Tat steht noch zwischen ihnen. Nun bitten sie um Vergebung. Es ist ein Moment der Wahrheit. Josef hätte allen Grund, nachtragend zu sein. Stattdessen vergibt er. Er sieht Gottes größeren Plan hinter seinem Leid und entscheidet sich bewusst gegen Bitterkeit.
Vergebung ist kein Zeichen von Schwäche, sondern von geistlicher Reife. Sie bedeutet nicht, dass Unrecht gutgeheißen wird. Sie bedeutet, dass wir das Recht auf Vergeltung aus der Hand legen und es Gott überlassen. Genau dazu ruft Paulus die Gemeinde in Ephesus auf. Freundlichkeit, Herzlichkeit und Vergebung sollen das Miteinander prägen – und zwar mit einem klaren Maßstab: so, wie Gott uns vergeben hat in Christus.
Wie hat Gott vergeben? Vollständig. Unverdient. Aus Liebe. Durch Jesus Christus hat er unsere Schuld nicht angerechnet, sondern sie getragen. Wer diese Gnade selbst erfahren hat, kann nicht dauerhaft im Groll verharren. Vergebung fließt aus einem Herzen, das weiß: Ich lebe von Gottes Barmherzigkeit.
Vielleicht gibt es in deinem Leben eine Person, deren Worte oder Taten dich tief verletzt haben. Vielleicht trägst du schon lange einen stillen Vorwurf mit dir. Die Geschichte von Josef und die Worte aus dem Epheserbrief laden dich ein, den nächsten Schritt zu gehen. Vergebung ist oft ein Prozess. Beginne im Gebet. Sprich Gott deinen Schmerz ehrlich aus. Und dann triff eine Entscheidung: Ich will vergeben, weil mir vergeben wurde. Du musst Gefühle nicht erzwingen – aber du kannst den Willen ausrichten. Gott wird dein Herz verändern.
Darum bete ich heute: Herr, mein Gott, du kennst meine Verletzungen und meine verborgenen Wunden. Danke, dass du mir in Jesus Christus alle Schuld vergeben hast. Hilf mir, diese Gnade weiterzugeben. Nimm Bitterkeit aus meinem Herzen und schenke mir die Kraft zur Vergebung. Lass mich freundlich und herzlich sein, so wie du es zu mir bist.
Amen.
Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern, einen gesegneten Tag
Herzliche Grüße, Pastor Michael Röschard

