Zurück zum Schöpfer

 

Gott schuf sie als Mann und Frau und segnete sie und gab ihnen den Namen ›Mensch‹.

1. Mose 5,2

 

Einer komme dem andern mit Ehrerbietung zuvor.

Römer 12,10

 

Liebe Leserin, lieber Leser,

unsere Zeit ist geprägt von einer Suche nach Identität. Vieles, was über Jahrtausende als selbstverständlich galt, wird heute infrage gestellt. Begriffe werden neu gefüllt, Ordnungen verändert und Maßstäbe verschoben. Als Christen müssen wir jedoch nicht jede neue Entwicklung bewerten oder jede Debatte führen. Wir dürfen unseren Blick auf den richten, der am Anfang stand: den Schöpfer.


Die Bibel berichtet schlicht und klar: „Gott schuf sie als Mann und Frau.“ Damit beginnt Gottes gute Schöpfungsordnung. Mann und Frau sind keine Gegensätze, sondern eine wunderbare Ergänzung. Beide sind gleich wertvoll, beide von Gott geliebt und von ihm gesegnet. Gemeinsam nennt Gott sie ›Mensch‹. Was Gott geschaffen hat, war sehr gut.


Vielleicht erleben wir gerade deshalb so viel Verunsicherung in unserer Gesellschaft, weil der Mensch sich immer weiter von seinem Schöpfer entfernt. Wir glauben oft, Freiheit entstehe dadurch, dass jeder seine eigenen Maßstäbe setzt. Doch das Gegenteil scheint einzutreten. Trotz unzähliger Möglichkeiten wächst die Orientierungslosigkeit, Beziehungen zerbrechen, Einsamkeit nimmt zu und viele Menschen wissen nicht mehr, woran sie sich festhalten können. Wer die Ordnungen Gottes verlässt, verliert nicht nur Gebote, sondern auch den sicheren Boden unter den Füßen.


Doch bevor wir mit dem Finger auf die Entwicklung unserer Gesellschaft zeigen, sollten wir uns selbst prüfen. Lebe ich eigentlich noch bewusst unter Gottes guter Ordnung? Lasse ich sein Wort mein Denken und Handeln bestimmen oder übernehme ich unbemerkt die Maßstäbe meiner Zeit?


Erneuerung beginnt nicht in Parlamenten, Medien oder Kirchenleitungen, sondern im eigenen Herzen. Gott ruft jeden von uns zuerst in seine Nachfolge. Wer sich täglich neu unter sein Wort stellt, gewinnt einen festen Halt, auch wenn ringsum vieles ins Wanken gerät.


Das ist jedoch kein Grund, mit dem Finger auf andere zu zeigen. Auch wir leben allein von Gottes Gnade. Deshalb ergänzt Paulus den Gedanken auf wunderbare Weise: „Einer komme dem andern mit Ehrerbietung zuvor.“ Wahrheit ohne Liebe wird hart. Liebe ohne Wahrheit wird beliebig. Jesus Christus lebte beides in vollkommener Weise. Er begegnete Menschen voller Barmherzigkeit und führte sie zugleich in die Wahrheit Gottes.


Gerade darin liegt unser Auftrag. Wir müssen niemanden verurteilen, aber wir dürfen Menschen liebevoll auf den hinweisen, der sie geschaffen hat und sie besser kennt als sie sich selbst. Gott nimmt keinem Menschen seine Würde. Im Gegenteil: Erst bei ihm findet der Mensch seine wahre Identität. Wer zum Schöpfer zurückkehrt, findet auch den Sinn seines Lebens.


Vielleicht braucht unsere Gesellschaft deshalb nicht noch lautere Stimmen, sondern mehr Christen, die in Liebe die Wahrheit leben. Menschen, die Gottes Wort nicht verwässern und zugleich mit offenen Armen auf ihre Mitmenschen zugehen. Denn das Evangelium verändert nicht nur Meinungen – es verändert Herzen.

 

Darum bete ich heute: Herr, unser Gott, wir danken Dir, dass Du uns geschaffen hast und unser Leben in Deiner Hand liegt. Bewahre uns davor, uns mehr nach dem Zeitgeist als nach Deinem Wort zu richten. Schenke uns Demut, damit wir niemals über andere urteilen, sondern ihnen mit Liebe und Respekt begegnen. Gib uns den Mut, Deine Wahrheit klar zu bekennen, und erfülle unser Herz mit der Liebe Jesu. Lass viele Menschen ihren Weg zurück zu Dir finden und in Deiner Nähe ihre wahre Identität, ihren Frieden und ihre Hoffnung entdecken. Amen.

 

Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern, einen gesegneten Tag

Herzliche Grüße, Pastor Michael Röschard