LichtBlick des Tages
Zwischen Zweifel und Vertrauen
„Der HERR festigt dem die Schritte, dessen Weg ihm gefällt. Kommt er zu Fall, so stürzt er doch nicht, denn der HERR stützt seine Hand.“
Psalm 37,23–24
„Petrus schrie: Herr, rette mich! Jesus aber streckte sogleich die Hand aus und ergriff ihn und sprach zu ihm: Du Kleingläubiger, warum hast du gezweifelt?“
Matthäus 14,30–31
Liebe Leserin, lieber Leser,
unser Leben gleicht manchmal einem Weg über unruhiges Wasser. Wir planen, hoffen und gehen mutig los — doch plötzlich kommen Zweifel, Sorgen oder Angst auf. Situationen, die uns den Boden unter den Füßen wegziehen.
Heute ist wieder Freitag, der dreizehnte. Dieser Tag löst bei vielen Menschen ein ungutes Gefühl aus. Hektisch werden heute Morgen noch schnell die Horoskope des Tages gelesen, Zeichen gedeutet, rechtskreuzende schwarze Katzen gefürchtet oder Entscheidungen verschoben. Hinter all dem steht oft eine tiefe Unsicherheit: Wer bestimmt eigentlich mein Leben? Gibt es Schutz? Gibt es Halt?
Die Bibel gibt darauf eine klare und tröstliche Antwort. Unser Leben ist kein Spiel des Zufalls und nicht abhängig von mystischen Vorzeichen.
Sie spricht offen davon, und verschweigt uns nicht, dass auch Menschen, die Gott lieben, fallen können. Aber sie zeigt uns zugleich eine wunderbare Wahrheit: Wir fallen nicht aus Gottes Hand.
Gerade an Tagen, die von vielen als „Unglückstage“ gesehen werden, dürfen Christen ein starkes Zeichen setzen: Unser Vertrauen liegt nicht in irgendwelchen Sternbildern oder Zufällen, sondern in einem lebendigen Gott. Wer sich von ihm führen lässt, darf inneren Frieden erleben — unabhängig von Datum, Umständen oder Meinungen anderer.
Der Psalmist erinnert uns daran, dass Gott unsere Schritte festigt. Das bedeutet nicht, dass wir nie stolpern. Vielmehr verspricht Gott seine treue Begleitung. Wenn wir straucheln, hält er uns fest. Dieses Bild ist zutiefst tröstlich: Gott steht nicht am Rand unseres Lebens und beobachtet distanziert. Er ist aktiv beteiligt, er stützt, trägt und richtet wieder auf.
Im Neuen Testament sehen wir dieses Versprechen ganz konkret im Leben von Petrus. Voller Vertrauen steigt er aus dem Boot und geht auf Jesus zu. Doch als er auf die Wellen schaut, bekommt er Angst und beginnt zu sinken. Wie menschlich! Auch wir starten oft im Glauben, verlieren aber den Blick auf Jesus, wenn die Umstände bedrohlich wirken. Petrus schreit — und sofort streckt Jesus seine Hand aus. Keine Vorwürfe zuerst, sondern Rettung. Erst danach stellt Jesus die Frage nach dem Zweifel.
Diese Begebenheit zeigt: Gottes Hilfe kommt nicht erst, wenn unser Glaube perfekt ist. Sie kommt mitten in unserer Schwachheit. Unsere Aufgabe ist es, wie Petrus zu rufen: „Herr, rette mich!“ Ehrlich, direkt und vertrauensvoll.
Wo erlebst du gerade Unsicherheit oder Angst? Vielleicht in deiner Arbeit, deiner Familie oder deiner Zukunft. Nimm dir heute bewusst Zeit, diese Situation Gott zu bringen. Erwarte nicht, dass du alles im Griff haben musst. Entscheide dich stattdessen, deinen Blick neu auf Jesus zu richten. Bitte ihn, deine Schritte zu festigen — und vertraue darauf, dass er dich hält, auch wenn du stolperst.
Darum bete ich heute: Herr Jesus Christus, danke, dass du meine Hand hältst. Du kennst meine Zweifel, meine Ängste und meine Unsicherheiten. Hilf mir, dir mehr zu vertrauen als den Wellen um mich herum. Wenn ich falle, richte mich wieder auf. Stärke meinen Glauben und leite meine Schritte auf deinem Weg. Danke, dass du mich niemals loslässt. Amen.
Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern, einen gesegneten Tag
Herzliche Grüße, Pastor Michael Röschard

