Wo Gottes Licht unser Leben verändert
Gottes Hilfe ist nahe denen, die ihn fürchten, dass Güte und Treue einander begegnen, Gerechtigkeit und Friede sich küssen.
Psalm 85,10–11
Die Frucht des Lichts ist lauter Güte und Gerechtigkeit und Wahrheit.
Epheser 5,9
Liebe Leserin, lieber Leser,
es ist ein beinahe poetisches Bild, das uns Psalm 85 vor Augen malt: Güte und Treue begegnen einander, Gerechtigkeit und Friede küssen sich. Was für eine wunderbare Vorstellung! Doch diese Worte sind mehr als ein schöner Wunsch. Sie beschreiben, was geschieht, wenn Gottes Nähe unser Leben verändert.
Psalm 85 ist ein Gebet, das auf Gottes Erbarmen zurückblickt und zugleich um erneute Hilfe bittet. Das Volk hat erlebt, dass Gott ihm Schuld vergeben und seine Not gewendet hat. Nun sehnt es sich nach seiner erneuten Zuwendung. In diesem Zusammenhang richtet sich der Blick auf eine Zukunft, in der Gottes Heil sichtbar wird. Wo Gott Menschen begegnet, sollen Güte, Treue, Gerechtigkeit und Friede nicht länger gegeneinanderstehen, sondern zusammenfinden.
Gott zu fürchten bedeutet dabei nicht, ständig Angst vor ihm zu haben. Es meint Ehrfurcht, Vertrauen und die Bereitschaft, ihn ernst zu nehmen. Eine solche Haltung verändert unsere Perspektive. Es geht nicht mehr nur darum, was mir nützt und wie ich mich durchsetzen kann. Ich muss andere nicht übervorteilen, um selbst besser dazustehen. Ich darf gerecht handeln, ehrlich bleiben und Frieden suchen – auch wenn ich dadurch auf einen eigenen Vorteil verzichten muss.
Paulus greift im Epheserbrief ein ähnliches Bild auf. In Kapitel 5 fordert er die Christen auf, als Kinder des Lichts zu leben. Sie sollen sich nicht von Finsternis und falschen Wegen bestimmen lassen. Die Frucht des Lichts zeigt sich ganz praktisch: in Güte, Gerechtigkeit und Wahrheit. Diese Eigenschaften sind keine Eintrittskarte zu Gottes Liebe, sondern wachsen aus einem Leben, das sich an Christus orientiert.
Auch der erste Johannesbrief spricht davon, im Licht zu wandeln und Gemeinschaft mit Gott zu haben (1. Johannes 1,6–7). Wo Gottes Licht unser Leben durchdringt, bleiben wir nicht unverändert. Seine Liebe prägt unsere Beziehungen und unser Handeln.
Wo könnte ich heute auf meinen eigenen Vorteil verzichten, um einem anderen gerecht zu werden? Wo braucht es ein ehrliches Wort, eine freundliche Geste oder den Mut, Frieden zu stiften? Ich möchte Gott bitten, mein Denken und Handeln so zu verändern, dass seine Güte durch mich sichtbar wird.
Ich bete heute: Herr, lass dein Licht in meinem Leben leuchten. Schenke mir ein Herz, das Güte und Treue lebt, Gerechtigkeit sucht und Frieden stiftet. Bewahre mich davor, nur an meinen eigenen Vorteil zu denken. Lass mein Handeln zeigen, dass ich zu dir gehöre. Amen.
Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern einen gesegneten Tag
Herzliche Grüße, Pastor Michael Röschard

