Geöffnete Augen für Gottes Wirklichkeit

 

Der HERR macht die Blinden sehend.

Psalm 146,8

 

Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Geht und verkündet Johannes, was ihr gesehen und gehört habt: Blinde sehen, Lahme gehen, Aussätzige werden rein und Taube hören, Tote stehen auf, Armen wird das Evangelium gepredigt.

Lukas 7,22


Liebe Leserin, lieber Leser,

als Johannes der Täufer im Gefängnis saß, kamen ihm Zweifel. War Jesus wirklich der verheißene Messias? Auf seine Frage antwortete Jesus nicht mit einer theoretischen Erklärung, sondern mit dem Hinweis auf das, was geschah: Blinde sahen, Lahme gingen, Kranke wurden geheilt und den Armen wurde die frohe Botschaft verkündigt.

Damit verwies Jesus auf die Verheißungen des Alten Testaments. Die Werke, die er tat, waren die sichtbaren Zeichen dafür, dass Gottes Reich angebrochen war und dass er tatsächlich der verheißene Retter ist.


Der Psalmist hatte Jahrhunderte zuvor gesagt: „Der HERR macht die Blinden sehend.“ Was Gott verheißen hatte, erfüllte sich nun in Jesus. Er öffnete nicht nur die Augen körperlich blinder Menschen, sondern auch die Augen der Herzen. Menschen erkannten ihre Schuld, sahen Gottes Liebe und fanden einen neuen Weg für ihr Leben.

 

Auch heute gibt es viele Formen von Blindheit. Nicht jeder ist körperlich blind, aber wir können blind sein für Gottes Gegenwart, für seine Führung oder für die Bedürfnisse anderer Menschen. Manchmal sehen wir nur unsere Sorgen, Enttäuschungen und Probleme. Dann brauchen wir Jesus, der unsere Augen neu öffnet. Er möchte uns zeigen, dass er da ist, auch wenn wir ihn nicht sofort erkennen können.


Besonders tröstlich ist, dass Jesus Johannes keine Vorwürfe wegen seiner Fragen machte. Stattdessen stärkte er seinen Glauben. Das zeigt uns: Zweifel müssen uns nicht von Gott trennen. Wir dürfen mit unseren Fragen zu ihm kommen. Er lädt uns ein, auf seine Taten zu schauen und ihm neu zu vertrauen.


Wo brauche ich heute geöffnete Augen? Vielleicht für Gottes Wirken in meinem Alltag, für seine Führung in einer schwierigen Situation oder für einen Menschen, dem ich seine Liebe weitergeben soll. Der Messias, der damals Blinde sehend machte, kann auch heute unseren Blick verändern und unser Herz erneuern.


Ich bete heute: Herr Jesus Christus, danke, dass du der verheißene Messias bist und dass sich in dir Gottes Verheißungen erfüllt haben. Öffne meine Augen für deine Gegenwart und für dein Wirken in meinem Leben. Hilf mir, dir auch dann zu vertrauen, wenn Fragen und Zweifel auftauchen. Lass mich erkennen, was du heute tun möchtest, und schenke mir ein offenes Herz für die Menschen um mich herum. Danke, dass du Licht in jede Dunkelheit bringst. Amen.


Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern, einen gesegneten Tag

Herzliche Grüße, Pastor Michael Röschard