In guten Händen – Gott kennt die Seinen

 

Der HERR hat uns gemacht und nicht wir selbst zu seinem Volk und zu Schafen seiner Weide.

Psalm 100,3

 

Jesus Christus spricht: Ich bin der gute Hirte und kenne die Meinen und die Meinen kennen mich.

Johannes 10,14


Liebe Leserin, lieber Leser,

wer bin ich – und zu wem gehöre ich? In einer Welt, in der wir uns oft selbst behaupten, unseren Platz finden und möglichst alles im Griff haben sollen, erinnern uns diese beiden Bibelworte an etwas Grundlegendes: Wir gehören nicht uns selbst. Unser Leben ist ein Geschenk Gottes. Und wir sind ihm nicht gleichgültig.


Psalm 100 ist ein fröhliches Danklied. Die Menschen werden eingeladen, dem Herrn zu jauchzen, ihm zu dienen und mit Dank vor ihn zu treten. Der dritte Vers begründet diese Freude: Gott hat uns geschaffen, wir sind sein Volk und die Schafe seiner Weide. Wir müssen unsere Zugehörigkeit zu Gott nicht selbst herstellen oder verdienen. Er ist unser Schöpfer, und wir dürfen zu ihm gehören. Das Bild der Schafe erinnert zugleich daran, dass wir seine Fürsorge brauchen und auf seine Führung angewiesen sind.


Im Johannesevangelium nimmt Jesus dieses Bild auf und sagt: „Ich bin der gute Hirte.“ Er unterscheidet sich von einem bezahlten Hirten, dem die Schafe nicht wirklich am Herzen liegen. Der gute Hirte kennt seine Schafe, sorgt für sie und ist sogar bereit, sein Leben für sie hinzugeben. Jesus spricht damit von seiner Liebe, die bis ans Kreuz reicht. Ihm geht es nicht um eine anonyme Herde. Er kennt die Seinen persönlich – mit ihren Stärken, ihren Schwächen, ihren Ängsten und ihrer Geschichte.


Wie tröstlich ist das! Wir müssen uns vor Gott nicht verstellen. Er kennt uns bereits. Und auch wenn wir uns manchmal verloren fühlen oder nicht wissen, welchen Weg wir einschlagen sollen, sind wir nicht vergessen.


Wenn ich heute unter Druck stehe oder an mir selbst zweifle, möchte ich mich daran erinnern: Mein Wert hängt nicht davon ab, was ich leiste oder wie andere mich beurteilen. Ich gehöre zu Gott und darf mich Jesus anvertrauen. Ich will mir Zeit nehmen, auf seine Stimme in seinem Wort zu hören, und ihn bitten, mich auf meinem Weg zu führen. Ich muss nicht jede Antwort kennen – ich darf dem Hirten vertrauen, der mich kennt.


Darum bete ich heute: Herr, mein Schöpfer und guter Hirte, danke, dass ich zu dir gehören darf. Du kennst mich besser, als ich mich selbst kenne. Hilf mir, deiner Führung zu vertrauen, auch wenn ich den Weg nicht überblicke. Bewahre mich vor Angst und Selbstüberschätzung und lass mich aus deiner Liebe leben. Amen.

 

Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern einen gesegneten Tag

Herzliche Grüße, Pastor Michael Röschard