Erkenntnis, die von Gott kommt

 

Die Furcht des HERRN ist der Anfang der Erkenntnis.

Sprüche 1,7

 

Erforscht euch selbst, ob ihr im Glauben steht; prüft euch selbst! Oder erkennt ihr an euch selbst nicht, dass Jesus Christus in euch ist?

2. Korinther 13,5

 

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Bibel zeigt uns immer wieder, dass wahre Erkenntnis nicht zuerst durch Bildung, Erfahrung oder menschliche Weisheit entsteht. Der Anfang aller echten Erkenntnis ist die Furcht des HERRN – eine ehrfürchtige Haltung vor Gott, die seine Größe, Heiligkeit und Autorität anerkennt. Wer Gott ernst nimmt, wird bereit, auf sein Wort zu hören und sich von ihm korrigieren zu lassen.


Doch diese Erkenntnis bleibt nicht nur bei einem Wissen über Gott stehen. Sie führt uns auch zu einer ehrlichen Betrachtung unseres eigenen Lebens. Deshalb fordert Paulus die Gläubigen auf: „Erforscht euch selbst, ob ihr im Glauben steht; prüft euch selbst!“ Ein Leben mit Gott bedeutet nicht, sich ständig mit anderen zu vergleichen, sondern sich im Licht Gottes selbst zu prüfen. Dabei geht es nicht darum, sich in Unsicherheit oder Selbstzweifeln zu verlieren. Vielmehr sollen wir erkennen, ob Jesus Christus tatsächlich die Mitte unseres Lebens ist.

 

Die beiden Verse gehören eng zusammen. Wer Ehrfurcht vor Gott hat, wird bereit sein, sich von ihm prüfen zu lassen. Und wer sich ehrlich prüft, wird erkennen, wie sehr er die Gnade und Führung Jesu braucht. Selbstprüfung ohne Gottesfurcht kann zu Stolz oder Verzweiflung führen. Gottesfurcht dagegen führt uns in die Wahrheit und in die Gemeinschaft mit Christus.


Für unseren Alltag bedeutet das: Nehmen wir uns regelmäßig Zeit, vor Gott still zu werden. Fragen wir uns: Vertraue ich Jesus wirklich? Bestimmt sein Wort meine Entscheidungen? Zeigt sich seine Liebe in meinem Umgang mit anderen Menschen? Solche Fragen helfen uns, unser Herz auf Gott auszurichten und neu zu erkennen, dass Christus in uns lebt und wirkt.


Der Herr ruft uns nicht zu einem oberflächlichen Glauben, sondern zu einer lebendigen Beziehung mit ihm. Je mehr wir ihn erkennen, desto klarer erkennen wir auch uns selbst. Und je mehr wir uns selbst im Licht Gottes sehen, desto größer wird unsere Dankbarkeit für seine rettende Gnade.


Darum bete ich heute: Herr Jesus Christus, ich danke dir, dass du mich kennst und liebst. Schenke mir ein Herz voller Ehrfurcht vor dir und bewahre mich davor, meinen eigenen Wegen zu vertrauen. Hilf mir, mein Leben ehrlich im Licht deines Wortes zu prüfen. Zeige mir, was verändert werden soll, und stärke meinen Glauben. Danke, dass du in mir wohnst und durch deinen Heiligen Geist wirkst. Führe mich heute auf deinem Weg und lass mein Leben dich ehren. Amen.



Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern, einen gesegneten Tag

Herzliche Grüße, Pastor Michael Röschard