LichtBlick des Tages
Gottes Gedanken vertrauen – unsere Pläne loslassen
Meine Gedanken sind nicht eure Gedanken, und eure Wege sind nicht meine Wege, spricht der HERR.
Jesaja 55,8
Wohlan, die ihr sagt: Heute oder morgen werden wir in die und die Stadt aufbrechen, ein Jahr dort verbringen, gute Geschäfte machen und Gewinne erzielen! Ihr solltet sagen: Wenn der Herr es will, werden wir leben und dies oder jenes tun.
Jakobus 4,13.15
Liebe Leserin, lieber Leser,
die Worte aus Jesaja 55,8 erinnern uns daran, dass zwischen Gottes Denken und unserem menschlichen Denken ein weiter Raum liegt. Wir planen, wägen ab, rechnen und sichern uns ab. Das ist nicht falsch – aber es ist begrenzt. Gott sieht weiter, tiefer und umfassender, als wir es je könnten. Seine Wege schließen Zusammenhänge ein, die unserem Blick verborgen bleiben. Was uns unverständlich erscheint, kann Teil eines größeren, guten Plans sein.
Jakobus greift diesen Gedanken sehr praktisch auf. Er beschreibt Menschen, die selbstbewusst ihre Zukunft festlegen: Reisen, Geschäfte, Gewinne. Auch hier geht es nicht darum, Planung oder unternehmerisches Denken zu verurteilen. Vielmehr warnt Jakobus vor einer Haltung der Selbstsicherheit, die Gott ausklammert. Das Leben ist nicht vollständig kontrollierbar. Jeder Atemzug ist letztlich Geschenk.
Beide Bibelstellen führen uns zu einer Haltung der Demut und des Vertrauens. „Wenn der Herr es will“ ist kein frommer Zusatz, sondern eine innere Ausrichtung. Es bedeutet anzuerkennen: Mein Leben gehört nicht mir allein. Meine Zeit, meine Möglichkeiten und meine Zukunft liegen in Gottes Hand. Diese Haltung befreit. Sie nimmt uns nicht die Verantwortung, aber sie nimmt uns die Last, alles selbst tragen zu müssen.
Gerade in unsicheren Zeiten dürfen wir lernen, Gottes Gedanken höher zu achten als unsere eigenen. Wo unsere Pläne scheitern, ist Gott nicht gescheitert. Wo Wege sich schließen, kann er neue öffnen – oft anders, als wir erwartet haben.
Nimm dir heute bewusst Zeit, deine aktuellen Pläne vor Gott zu bringen: berufliche Entscheidungen, persönliche Ziele, Zukunftswünsche. Frage dich ehrlich: Bin ich bereit, Gottes Willen auch dann anzunehmen, wenn er meinen Vorstellungen widerspricht? Übe dich darin, Entscheidungen im Gebet zu treffen und innerlich loszulassen, was du nicht kontrollieren kannst. Sprich im Herzen: „Herr, wenn du willst.“
Darum bete ich heute: „Herr, du kennst meine Gedanken, meine Pläne und meine Sorgen. Vergib mir, wo ich meine Wege ohne dich gehe oder schon gegangen bin. Lehre mich, dir zu vertrauen, auch wenn ich dich nicht verstehe. Richte mein Herz auf deinen Willen aus und schenke mir Demut, Geduld und Frieden. Ich lege meine Zukunft in deine Hände und bitte dich: Geh du mit mir auf allen meinen Wegen.“
Amen.
Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern, einen gesegneten Tag!
Herzliche Grüße, Pastor Michael Röschard

