LichtBlick des Tages
Gesammelt aus allen Himmelsrichtungen – Grund zur Dankbarkeit und Hoffnung
Die er aus den Ländern zusammengebracht hat von Osten und Westen, von Norden und Süden: Die sollen dem HERRN danken für seine Güte und für seine Wunder, die er an den Menschenkindern tut.
Psalm 107,3.8
Liebe Leserin, lieber Leser,
Psalm 107 ist ein Danklied der Erlösten. Er erinnert daran, dass Gott ein Gott ist, der sammelt, heilt, befreit und neu anfängt. Menschen, die zerstreut waren, entwurzelt, verloren oder gefangen, werden von ihm zusammengebracht. Nicht durch Zufall, sondern aus Güte. Nicht aus menschlicher Macht, sondern durch sein wunderbares Handeln.
Diese Worte berühren besonders in einer Zeit, in der unsere Welt von Kriegen, Flucht, Spaltung und Unsicherheit geprägt ist. Menschen werden auseinandergerissen durch Gewalt, Ideologien und Angst. Nationen stehen einander feindlich gegenüber, und viele fragen sich: Wo ist Gott in all dem?
Der Psalm verschweigt das Leid nicht, aber er richtet den Blick auf Gottes Ziel: Sammlung statt Zerstreuung, Heilung statt Zerstörung, Hoffnung statt Verzweiflung.
Gott sammelt aus allen Himmelsrichtungen – das bedeutet: Niemand ist vergessen. Kein Land, kein Volk, kein einzelner Mensch ist zu weit entfernt. Gottes Herz schlägt für die ganze Welt. Seine Güte überschreitet Grenzen, Kulturen und politische Systeme. Was heute unheilbar zerbrochen scheint, wird eines Tages durch ihn erneuert. Die Bibel bezeugt diese Hoffnung immer wieder: Gott wird Recht schaffen, Tränen abwischen und Frieden bringen, der tiefer ist als alles menschliche Verstehen.
Darum ruft der Psalm zum Dank auf. Dank nicht nur für das, was wir bereits sehen, sondern auch für das, was Gott noch tun wird. Dank ist ein Akt des Vertrauens. Er sagt: Gott ist noch nicht fertig mit dieser Welt. Seine Wunder geschehen oft leise, manchmal verborgen, aber sie geschehen.
Frage dich: Wo habe ich Gottes Güte in meinem Leben erlebt – vielleicht gerade mitten im Chaos? Übe dich im Danken, auch wenn nicht alles gut ist. Dein Dank kann ein Zeugnis der Hoffnung sein in einer hoffnungslosen Zeit.
Gerade darum will ich heute beten: Herr, wir danken dir für deine Güte und deine Wunder. Du siehst das Leid dieser Welt und auch unsere persönliche Not. Sammle, was zerstreut ist, und heile, was zerbrochen ist. Stärke unsere Hoffnung und lass uns darauf vertrauen, dass du alles neu machen wirst. Lehre uns zu danken – heute und alle Tage. Amen.
Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern, einen gesegneten Tag!
Herzliche Grüße, Pastor Michael Röschard

