Aufgerichtet durch Gottes Gnade

 

Lobe den HERRN, der dein Leben vom Verderben erlöst, der dich krönet mit Gnade und Barmherzigkeit.

Psalm 103,2.4

 

Jesus sprach zu ihr: Frau, du bist erlöst von deiner Krankheit! Und legte die Hände auf sie; und sogleich richtete sie sich auf und pries Gott.

Lukas 13,12–13


Liebe Leserin, lieber Leser,

manchmal merken wir erst dann, wie wertvoll Gesundheit, Kraft und Lebensfreude sind, wenn sie uns fehlen. Krankheit kann Menschen nicht nur körperlich schwächen, sondern auch ihre Seele belasten. Umso kostbarer ist die Erfahrung, wenn jemand uns aufrichtet und neue Hoffnung schenkt.


Psalm 103 ist ein Lobpreis Davids. Er fordert sich selbst auf, den Herrn zu loben und keines seiner Wohltaten zu vergessen. Gott vergibt Schuld, heilt Gebrechen, erlöst aus dem Verderben und krönt mit Gnade und Barmherzigkeit. David blickt auf Gottes Handeln zurück und erinnert sich daran, dass sein Leben nicht allein von den Umständen abhängt. Gottes Güte trägt ihn.

Dabei bedeutet die Verheißung nicht, dass jeder Mensch von jeder Krankheit geheilt wird. Sie erinnert uns vielmehr daran, dass Gottes Barmherzigkeit größer ist als unsere Not und dass unser Leben bei ihm geborgen ist.

 

Wie diese Barmherzigkeit sichtbar wird, zeigt Lukas 13. Jesus lehrt in einer Synagoge am Sabbat. Dort begegnet ihm eine Frau, die seit achtzehn Jahren unter einer Krankheit leidet und sich nicht mehr aufrichten kann. Jesus sieht sie, ruft sie zu sich und spricht sie frei von ihrer Krankheit. Er legt ihr die Hände auf, und sofort richtet sie sich auf und lobt Gott. Während andere später über die Heilung am Sabbat streiten, steht für Jesus der Mensch und seine Befreiung im Mittelpunkt.


Diese Begegnung zeigt: Jesus sieht Menschen, die unter ihrer Last kaum noch aufblicken können. Er übersieht weder ihre Schmerzen noch ihre Würde.


Vielleicht trage auch ich eine Last, die mich niederdrückt – eine Krankheit, Sorge, Schuld oder Enttäuschung. Ich darf damit zu Jesus kommen. Nicht immer nimmt er die Last so weg, wie ich es erhoffe. Doch ich darf ihn bitten, mich innerlich aufzurichten und mir seine Nähe neu zu zeigen. Und ich will nicht vergessen, ihm für seine Gnade zu danken.


Ich bete heute: Herr Jesus Christus, danke, dass du mich siehst und meine Not kennst. Richte mich auf, wenn mich Sorgen niederdrücken. Schenke mir Hoffnung in Krankheit und Kraft in schweren Zeiten. Öffne meine Augen für deine Gnade und hilf mir, deine Barmherzigkeit nicht zu vergessen. Lass mein Leben dich loben. Amen.


Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern einen gesegneten Tag

Herzliche Grüße, Pastor Michael Röschard