Besser als das Leben selbst – geborgen in Gottes Güte
Gott, deine Güte ist besser als Leben.
Psalm 63,4
Der Vater hat uns errettet aus der Macht der Finsternis und hat uns versetzt in das Reich seines geliebten Sohnes.
Kolosser 1,13
Liebe Leserin, lieber Leser,
was für ein erstaunlicher Satz: Gottes Güte ist besser als das Leben selbst! Ist das nicht eine gewagte Aussage? Schließlich hängen wir am Leben. Wir freuen uns an schönen Begegnungen, an unserer Familie, an Gesundheit und an den kleinen Dingen des Alltags. Doch was geschieht, wenn vieles davon wegbricht? Wenn Sorgen uns bedrängen, die Gesundheit nachlässt oder wir uns in einer dunklen Lebensphase wiederfinden? Worauf können wir dann noch bauen?
Psalm 63 ist ein Gebet Davids, das er in der Wüste Juda spricht. David befindet sich an einem trockenen, lebensfeindlichen Ort. Der Wassermangel wird zum Bild für seine tiefe Sehnsucht nach Gott. Er dürstet nicht nur körperlich, sondern mit seiner ganzen Seele nach Gottes Gegenwart. Gerade dort, wo ihm Sicherheit und Bequemlichkeit fehlen, erkennt er: Gottes Güte ist kostbarer als alles, was das irdische Leben bieten kann. Seine Hoffnung hängt nicht allein an den äußeren Umständen, sondern an Gott selbst.
Auch Paulus spricht im Kolosserbrief von einem grundlegenden Wechsel. Die Menschen, die Christus vertrauen, sind aus der Macht der Finsternis errettet und in das Reich des geliebten Sohnes versetzt worden. Paulus beschreibt damit keine bloße Verbesserung ihrer Lebensumstände, sondern eine neue Zugehörigkeit. Durch Jesus Christus sind sie aus der Herrschaft der Finsternis in den Herrschaftsbereich seiner Liebe und seines Lebens gekommen. Diese Rettung gründet nicht in ihrer eigenen Stärke, sondern in Gottes Handeln.
Beide Verse weisen in dieselbe Richtung: Unser Leben findet seinen tiefsten Halt nicht in dem, was wir besitzen oder kontrollieren können, sondern in Gott. Seine Güte trägt auch dann, wenn unsere Kraft schwindet. Und durch Christus dürfen wir darauf vertrauen, dass die Finsternis nicht das letzte Wort behält.
Wenn mich heute Sorgen oder Ängste bedrängen, möchte ich mich daran erinnern, dass Gottes Güte nicht von meiner Lebenssituation abhängt. Ich darf ihm meine Not ehrlich sagen und mich neu an Jesus festhalten. Vielleicht kann ich bewusst einen Moment der Stille suchen und Gott für seine Treue danken – auch wenn noch nicht alles gut ist. Ich muss nicht alles im Griff haben, um in seiner Liebe geborgen zu sein.
Ich bete heute: Guter Gott, danke, dass deine Güte kostbarer ist als alles, was diese Welt mir geben kann. Halte mich fest, wenn mein Leben dunkel wird und meine Kraft nachlässt. Hilf mir, auf Jesus zu vertrauen und aus deiner Liebe zu leben. Lass mich erkennen, dass ich bei dir geborgen bin. Amen.
Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern einen gesegneten Tag
Herzliche Grüße, Pastor Michael Röschard

