LichtBlick des Tages
Wenn Gott unsere Seele still macht
„Sei nun wieder zufrieden, meine Seele; denn der HERR tut dir Gutes.“
Psalm 116,7
Liebe Leserin, lieber Leser,
manchmal gerät unsere Seele aus dem Gleichgewicht. Sorgen, Enttäuschungen oder die Hektik des Alltags rauben uns den inneren Frieden. Der Psalmist spricht hier bewusst zu sich selbst: „Sei nun wieder zufrieden, meine Seele.“ Das ist bemerkenswert. Er wartet nicht einfach darauf, dass sich seine Gefühle von selbst beruhigen – er richtet seine Seele aktiv neu aus.
Der Grund für diese innere Ruhe liegt nicht in den Umständen, sondern in Gottes Wesen: „Denn der HERR tut dir Gutes.“ Der Psalmist erinnert sich daran, was Gott bereits getan hat. Er blickt zurück auf erfahrene Hilfe, auf Bewahrung, auf Gnade. Diese Erinnerung wird zur Quelle neuer Zufriedenheit.
Auch wir dürfen das lernen. Zufriedenheit ist nicht einfach ein Gefühl, das kommt und geht – sie ist oft eine Entscheidung. Eine Entscheidung, den Blick weg von dem zu lenken, was uns fehlt oder belastet, hin zu dem, was Gott bereits getan hat. Vielleicht hat er dich durch schwierige Zeiten getragen, dir Kraft gegeben, wo du keine mehr hattest, oder Türen geöffnet, die verschlossen schienen.
Wenn wir uns das bewusst machen, verändert sich unsere Perspektive. Die Unruhe verliert ihre Macht, und unsere Seele findet wieder Ruhe. Es ist, als würden wir innerlich an einen Ort zurückkehren, an dem wir sicher sind – in Gottes Gegenwart.
Nimm dir heute einen Moment Zeit und frage dich: Wo hat Gott mir Gutes getan? Schreibe es vielleicht sogar auf. Wenn Unruhe oder Unzufriedenheit in dir aufsteigen, sprich bewusst zu deiner Seele – so wie der Psalmist. Erinnere dich daran, dass Gott treu ist und es gut mit dir meint, auch wenn du es gerade nicht vollständig sehen kannst.
Darum bete ich heute: Herr, mein Gott, du kennst mein Herz und meine Unruhe. Du siehst die Gedanken, die mich beschäftigen, und die Sorgen, die mich niederdrücken. Hilf mir, innezuhalten und meine Seele neu auf dich auszurichten. Lehre mich, mich daran zu erinnern, wie gut du zu mir gewesen bist. Öffne meine Augen für deine Güte in meinem Leben – gestern, heute und morgen. Schenke mir Zufriedenheit, die nicht von Umständen abhängt, sondern von deiner Treue. Ich vertraue dir, dass du es gut mit mir meinst. Lass meine Seele Ruhe finden in dir.
Amen.
Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern, einen gesegneten Tag!
Herzliche Grüße, Pastor Michael Röschard

