Wachsam gegenüber dem eigenen Herzen


Als der Pharao sah, dass Regen, Donner und Hagel aufhörten, versündigte er sich weiter und verhärtete sein Herz.

2. Mose 9,34

 

Seht zu, Brüder und Schwestern, dass niemand unter euch ein böses, ungläubiges Herz habe und abfalle von dem lebendigen Gott.

Hebräer 3,12


Liebe Leserin, lieber Leser,

wie schnell vergisst der Mensch Gottes Handeln, wenn die Not vorüber ist. Der Pharao hatte die Macht Gottes auf erschütternde Weise erlebt. Während die Plagen über Ägypten kamen, zeigte er zeitweise Einsicht und bat sogar um Fürbitte. Doch sobald Regen, Donner und Hagel aufhörten, kehrte er zu seinem alten Verhalten zurück. Sein Herz wurde erneut hart, und er verschloss sich bewusst dem Reden Gottes.


Der Hebräerbrief nimmt diesen Gedanken auf und richtet ihn an Gläubige. Er mahnt uns, wachsam zu sein, damit sich kein ungläubiges Herz entwickelt, das sich schleichend von Gott entfernt. Die Gefahr besteht oft nicht in einer plötzlichen Entscheidung gegen den Glauben, sondern in vielen kleinen Schritten des Überhörens, Aufschiebens und Verdrängens.


Gott spricht durch sein Wort, durch Erfahrungen, durch Ermutigung und manchmal auch durch schwere Zeiten. Die entscheidende Frage ist nicht, ob wir ihn hören, sondern wie wir darauf reagieren. Ein weiches Herz lässt sich korrigieren, sucht Vergebung und bleibt lernbereit. Ein hartes Herz dagegen rechtfertigt sich selbst und schiebt Gottes Stimme beiseite.

 

Für meinen Alltag bedeutet das, dass ich Gottes Nähe nicht nur in Krisen suchen sollte. Wie leicht bete ich intensiv, wenn ich Hilfe brauche, und werde nachlässig, sobald sich die Lage bessert. Doch wahre Nachfolge zeigt sich darin, auch in guten Tagen dankbar, gehorsam und abhängig von Gott zu bleiben. Jeden Morgen darf ich ihn bitten, mein Herz offen zu halten und mich vor Gleichgültigkeit zu bewahren.


Darum bete ich heute: Herr, du kennst mein Herz besser als ich selbst. Bewahre mich davor, deine Stimme zu überhören oder mich an deine Gnade zu gewöhnen. Schenke mir ein weiches, glaubendes Herz, das bereit ist, auf dich zu hören und dir zu folgen – in schweren wie in guten Zeiten. Hilf mir, dir treu zu bleiben und mich nicht von dir zu entfernen. Lass dein Wort tief in mir wirken und mein Leben verändern. Danke für deine Geduld und deine beständige Liebe. Amen.


Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern, einen gesegneten Tag

Herzliche Grüße, Pastor Michael Röschard