Einmal kurz zur Ruhe kommen. In der Hektik des Alltags.

Hier finden Sie regelmäßig - einen Gedanken für den Tag. Das kann ein Text sein, ein paar Gedanken zum Nachdenken, oder ein Bibeltext mit einigen Gedanken, einer Andacht dazu. Lernen Sie neu das Hören, in einer oft so lauten Welt. Herzliche Einladung dazu!

Suche Frieden und jage ihm nach!

 

Jahreslosung 2019 Psalm 34, Vers 15b

 

 

 

 

 

 

 

Copyright Bild: Beate Schweinsberg

"Suche Frieden und jage ihm nach...!"

In diesem Jahr haben wir keine „Wellnessjahreslosung“, nichts mit ausruhen und Kraft schöpfen: „Suche Frieden und jage ihm nach!“ - das ist eine eindeutige Aufforderung an uns, etwas zu tun, zu unternehmen gegen Unfrieden, gegen Hass und Streit.

 

So begab ich mich auf „Fotojagd“ nach einem Symbol für unsere zwischenmenschlichen Konflikte. Ein Stacheldrahtzaun inmitten einer idyllischen Gartenlandschaft sprang mir ins Auge: „Da hat wohl jemand Angst, dass Äpfel oder Kirschen geklaut werden“, dachte ich mir. Jemand möchte Konflikten vorbeugen, oder hat schlechte Erfahrungen gemacht? Auf jeden Fall möchte man sich schützen, abgrenzen.

 

Dies ist ein eher harmloser Stacheldrahtzaun an einem Garten, aber ich kenne auch Stacheldraht auf Häusermauern in Nordirland oder an Grenzzäunen zwischen Landesgrenzen. Mir fallen Bilder vom Mauerbau in Berlin ein, oder von der Grenze zwischen USA und Mexiko. Im Sommer waren wir auf dem Gelände des Eurotunnels, an der Grenze zwischen Frankreich und England: Überall große Mengen Stacheldraht als Ausdruck der Angst vor Überfremdung, vor Asylanten.

 

Wenn ich kleiner weiterdenke, fallen mir verletzende Worte ein die Unfrieden, Abgrenzung und Mauern schaffen zwischen Ehepartnern, Eltern und Kindern, Freunden und Nachbarn. Dieser Stacheldraht auf dem Foto ist rostig, alt, steht somit auch für „alte“ immer wiederkehrende Konflikte - das sind oft die schlimmsten.

Die Jahreslosung aus Psalm 34 ermahnt uns: wir sollen ganzen Einsatz bringen und uns für den Frieden einsetzen, uns auf die Jagd begeben: mit offenen Augen und Ohren, mit viel Energie, Geduld und Besonnenheit, nicht mit brutaler Gewalt!

 

Ich suche ein anderes Symbol – ein Gänseblümchen soll es sein. Warum dieses kleine Blümchen? Die Blütenfarbe weiß steht für Frieden und ewiges Leben. Das Gelb im Inneren steht für die Sonne, das Licht, ein Symbol für Gott selbst. „Gottes Liebe ist wie die Sonne“, man könnte auch sagen: Gottes Liebe ist wie ein Gänseblümchen. Eine Liebe, die sich nicht unterkriegen lässt, egal, wieviel Unrecht geschieht. Das Gänseblümchen kann auch wieder zum Blühen kommen, selbst wenn es mit Füßen getreten wird.

 

Gottes Liebe ist an Weihnachten durch Jesus in unsere Welt hineingeboren worden, mitten hinein ins Elend eines armen Stalles, mitten hinein in das Leid der Menschen. Er bringt Versöhnung zwischen Gott und Menschen und von Mensch zu Mensch – die Grundlage für wahren Frieden.

 

Das Gänseblümchen blüht beinahe das ganze Jahr, es ist keine Frühlingsblume. Selbst im extrem trockenen Sommer habe ich nach längerer Suche am Wegrand zwei Blümchen entdeckt. Und wenn kein Schnee liegt, kann man sogar an Weihnachten auf der Wiese vor unserer Kirche einzelne finden - man muss nur geduldig danach suchen und schauen, wo das Blümchen die Sonne erblicken kann. So will das Blümchen mir sagen: richte deinen Blick zu Gott, der dir helfen will, wenn du mitten im Konflikt mit jemandem stehst. Lass dir die richtigen Worte schenken, gib Frieden weiter, mache den ersten Schritt.

 

Um dieses Foto schießen zu können, musste ich ins Geschehen eingreifen, etwas, das ich eigentlich nicht mache, aber hier scheint mir das auch zum Bibeltext zu passen. So wurde ich aktiv, suchte das Blümchen und setzte es in den rostigen Stacheldraht und schon sah der Stacheldraht ganz anders aus. Ein erster Schritt ist getan, weitere werden folgen müssen, wenn der Zaun fallen soll. So sollte es auch mit unserem Bemühen um Frieden sein.

Lassen wir uns von Gottes Liebe erreichen, damit wir erkennen, wo Stacheldrahtzäune in unserem Leben sind - damit wir ihnen etwas entgegensetzen, Frieden schaffen! Dabei dürfen wir kreativ sein: Blumen verschenken, offene Worte finden, ein Gebet für meinen „Feind“, ein Telefonanruf mit der Bitte um Vergebung. Damit endet noch kein Konflikt, aber ein erster Schritt ist getan.

 

In diesem Sinne allen ein frohes und gesegnetes Neues Jahr 2019!

 

B.S./M.R.

 

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